, Christoph Winder

Landesbanki

Appell an das Kind im Kunden

Derzeit liest man ziemlich viel über die Banken- und Finanzkrise, und dabei wird man häufig mit Informationen konfrontiert, die einem in normaleren Zeiten verborgen bleiben würden. Wie zum Beispiel isländische Banken heißen, war mir bis vor kurzem unbekannt. Jetzt erfahre ich aus diversen Gazetten, dass es eine isländische Bank mit dem wunderbar putzigen Namen "Landesbanki Islands" gibt. Der Eindruck der Putzigkeit entsteht natürlich durch das auslautende -i, dessen kindliche Effekte in diesem Wörterbuch schon einmal unter dem Stichwort "Essi" diskutiert worden sind.

Vielleicht wäre es in Zeiten wie diesen ein billiges Mittel zur Imagepflege, wenn sich sämtliche Banken ein solches -i zulegen würden, um auf diese Art das Kind im Kunden ansprechen und zum Aufbau einer neuen Vertrauensbeziehung beizutragen. Ich persönlich fände es ganz allerliebst, wenn wir unser Geld künftig auf das Constantia Privatbanki, das Erste Banki, das Deutsche Banki oder die diversen Hypo-Bankis tragen würden. Bin gespannt, was die Leser dazu meinen.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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