, Christoph Winder

Frozen Face Syndrom

Wenn die Mimik lahmt

Österreich (die Zeitung, nicht das Land) berichtet in einer seiner letzten Ausgaben vom Frozen Face Syndrom. Damit ist gemeint, dass manche Damen und Herren, die ihrem alternden Äußeren intensiv mit der Botox-Spritze zu Leibe rücken, Gefahr laufen, nebst den Falten gleich auch noch generell die Fähigkeit zu jedem mimischen Ausdruck lahm zu legen. Nach der 45. "Beauty-Operation" heißt es dann mit einem Mal: Rien ne va plus.

Es ist bekannt, dass der Chronist üblicherweise eine große Duldsamkeit gegenüber Anglizismen an den Tag legt. In diesem Fall hielte ich es aber, ob der Sperrigkeit des englischen Ausdrucks, doch für wünschenswert, wenn sich eine schöne deutsche Entsprechung für das Frozen Face (Syndrom) finden ließe. Gefriergesicht, Grinsemaske und Steinvisage sind mir in der Schnelle eingefallen, aber wirklich überzeugen kann mich keine dieser drei Erfindungen. Ich hoffe, wie schon so oft, auf die p.t. Leser: Die haben ja womöglich Besseres auf Lager.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

Mehr zum Thema Winders Wörterbuch zur Gegenwart