, Christoph Winder

Harakiripunsch

Nichts für sensible Trinker

Der Harakiripunsch und seine Auswirkungen.

foto: dpa

Üblicherweise preist ein jeder Händler seine Ware an. Wenn jemand Punch ausschenkt, dann nennt er seinen Punsch in der Regel Traumpunsch, Superpunsch oder Spitzenpunsch. Völlig aus dem Rahmen fällt dagegen jener "Hararikipusch", von dem in der vergangenen Woche im Falter berichtet wurde: Hier legt der Name, wenn auch in ironisch gebrochener Weise, nahe, dass es ein selbstmörderisches Unterfangen sein könnte, wenn man sich dieses Getränk einverleibt. Eine solche Bezeichnung könnte bei sensiblen Trinkern ebensolche Aversionsreaktionen provozieren wie etwa ein Fettleberpunsch, ein Zirrhosepunsch, ein Deliriumspunsch oder ähnliches.

Einen besonders harten Namen trägt auch ein belgisches Bier: Mort Subite, also: Plötzlicher Tod, Tod auf der Stelle. Eine gewisse Beklommenheit beim Verzehr dieses Getränks ist ebenfalls nicht auszuschließen. Aus dem Internet habe ich erfahren, dass es das Mort Subite auch in der Geschmacksrichtung Xtrême Framboise gibt, mit extremem Himbeergeschmack, und ich kann mir gut vorstellen, dass ich in der Tat auf der Stelle tot umfallen würde, wenn man mich zwänge, es zu trinken.

Aber möglicherweise haben die p.t. Leser ja auch noch den einen oder anderen Hinweis auf Speisen- oder Getränkenamen in petto, die der Konsument, wie beim Harakiripunsch oder beim Todesbier, als Warnsignal interpretieren könnte.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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