Februarloch

24. Februar 2009, 14:20

Da fehlt etwas

Bin unlängst irgendwo auf das Wort "Februarloch" gestoßen, was mich - man gönnt sich ja sonst nichts - dazu veranlasst hat, im Internetz eine kleine Recherche nach der Häufigkeit, der Bedeutung und der Verbreitung diverser Monats- und Jahreszeitenlöcher zu starten. Die Ergebnisse in Kürze: Lochreiche Zeiten scheinen vor allem der tiefe Winter, der heißeste Sommer und (in geringeren Ausmaß) auch der Herbst zu sein. Dezemberloch, Jännerloch, Februarloch und Sommerloch sind jedenfalls signifikant häufiger als etwa das Märzloch, das Aprilloch oder Frühlingsloch. Wenn Sie mir nicht glauben: Bitte selber nachgoogeln.

Da sich Löcher üblicherweise durch den Mangel eines Inhaltes definieren, wird auch das Loch in Verbindung mit Monat oder Jahreszeit ein Manko zum Ausdruck bringen: Im Tourismus meint das "Februarloch" etwa das Ausbleiben von Reisenden in diesem bestimmten Zeitraum, während im Journalismus unter dem "Sommerloch" die Absenz von berichtenswerten Geschichten in der heißen Jahreszeit verstanden wird. Psychisch instabile Menschen wiederum werden mit "Novemberloch" jenen Mangel an Lebensfreude und Amüsement bezeichnen, der sich im trüben Spätherbst oft schmerzlich bemerkbar macht.

Möglicherweise haben die p.t. Leser zu diesem Stichwort auch die eine oder andere löchrige Assoziation beizusteuern.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at