, Christoph Winder

Tür zu

Zur sprachlichen Bewältigung von Toilettenfehlern

Immer wieder peinlich: Wenn "Mann" sich mit offener Hosentür der Öffentlichkeit präsentiert (auch das eine Gefahr, denen Frauen zum Glück nicht ausgesetzt sind). Unlängst wurde ich Zeuge, wie ein an diesem Toilettefehler laborierender Herr ziemlich rustikal auf den Verbesserungsbedarf an seinem Outfit hingewiesen wurde: "Tür zu, es zieht!". Im gehobenen gesellschaftlichen Umgang würde man diese saloppe Formulierung wohl eher vermeiden und die Peinlichkeit mit anderen Worten thematisieren. Denkbar wäre etwa ein diskret zugerauntes "Sie haben einen Toilettefehler", oder, unverblümter, "Ihre Hosentür ist offen." Ich nehme an, dass es aber auch noch etliche andere Möglichkeiten gibt, sich mit diesem auseinander klaffenden Sachverhalt auseinanderzusetzen.

Womöglich waren die p.t. Leser ja selbst einmal aktiv oder passiv von einem offen stehenden Hosenstall betroffen. Für Anregungen, wie man diese Situation linguistisch taktvoll oder aber auch mit einem Schuß Humor in den Griff bekommt, wäre die Leserschaft gewiß dankbar.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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