, Christoph Winder

Promenadologie

Eine Wissenschaft von der Fortbewegung

Über wunderliche Wissenschaften haben wir uns schon vor zwei Jahren unter dem Stichwort Ologen einmal unterhalten, Zeit, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen. Einen schönen Anlass gibt es auch: Die FAZ hat in ihrem Leitartikel am Ostersamstag - vom Eise befreit sind Strom und Bäche! - an die Wissenschaft der Promenadologie (Spaziergangswissenschaft) erinnert, welche in den 80er Jahren von dem Schweizer Soziologen und Nationalökonomen Lucius Burckhardt erfunden wurde. "Die Promenadologie ist der Ausgangspunkt für eine realistische Haltung zur Wahrnehmung und Wirklichkeit, für ein anderes Verständnis von Landschaft und urbanem Raum, sowie für eine neue Architektur und Planung", erläutert dazu die Homepage des Martin-Schmitz-Verlages, in dem Burckhardts Opus "Warum ist Landschaft schön?" erschienen ist.

Leider wurde Burckhardts denkwürdige Wissenschaftsgründung noch nicht auf andere Fortbewegungsarten übertragen, obwohl doch gewiss auch die Joggologie, Kreuchologie oder Fleuchologie einiges Erforschenswerte zu durchdringen hätten. Ich hoffe darauf, dass die p.t Leser einige andere weiterführende Inspirationen über zu begründende Wissenschaften, die uns noch dringend abgehen, beisteuern können.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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