Schlankdudler

Ein Getränk mit lustiger Note

Dudeln, so finde ich, ist ein per se lustiges Wort (finden das die p.t. Leser auch?). Dudeln geht (ich zitiere Peter Wehle, der seinerseits Kluges Etymologisches Wörterbuch zitiert) auf türkisch "duduk = Flöte zurück und kommt über serbisch duduk = Schalmei und tschechisch dudy = Dudelsack zu uns".

Dudeln kann man aber nicht nur mit dem Sack, sondern man kann sich auch selbst einen andudeln, d. h. sich mehr oder minder vorsätzlich betrinken. Festzuhalten ist an dieser Stelle auch das lautliche Naheverhältnis des Dudelns zu den Dudeln, die ihrerseits wieder eine fallweise anzutreffende Nebenform der Tutteln sind (Wehle: "Brüste; althochdeutsch tuttili, mittelhochdeutsch tut(t)e = Zitze").

Eine Novität an der Dudl-Front ist der - momentan auf manch einem Werbeplakat großflächig angepriesene - "Schlankdudler". Es handelt sich dabei um einen angeblich verbesserten zuckerfreien Almdudler, der sich "dank neuer Rezeptur noch näher am original Almdudler-Geschmack" bewegen soll. "Schlankdudler" klingt zwar nett, aber es wäre wahrscheinlich ein Irrtum anzunehmen, dass man durch emsiges Dudeln dieses Getränks automatisch einen Gewichtsverlust verbuchen wird (obwohl dies ein anderes Plakatsujet mit der Aufschrift "Schluck. Schluck. Schlank." nahelegt.). Von Nicht-Zucker-Trinkern muss der original Almdudler-Werbeslogan selbstverständlich in modifizierter Form angewendet werden. Er lautet: "Wenn die kann Schlankdudler ham, geh i wieder ham".

Soweit ein paar erste Dudl-Assoziationen. Ich hoffe, dass die p.t. Leser noch einige weitere beizusteuern haben.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

Mehr zum Thema Winders Wörterbuch zur Gegenwart