Bis hierher

9. Juni 2009, 11:59

Im sprachlich-gestischen Grenzgebiet

So, dies ist wieder einmal ein Stichwort, bei dem wir die Ebene des bloß Sprachlichen verlassen und uns ins linguistisch-gestische Grenzgebiet vorwagen. Vor ein paar Tagen habe ich einen Herren sagen hören, eine bestimmte Sache - welche, ist nicht von Relevanz - stehe ihm "bis hierher". Dieses "bis hierher" war von einer Handbewegung begleitet, bei der sich der Herr mit der flachen Rechten ein paar Zentimeter vor dem Kopf in Augenbrauenhöhe über das Gesicht fuhr, um so das Ausmaß seines Verdrusses zu kennzeichnen.

Ich muss gestehen, dass ich dies als ungewohnte Variante des Bis-Hierher-Stehens empfand, weil die Begleit-Geste nach meiner Beobachtung üblicherweise in Halshöhe durchgeführt wird oder aber gleich über dem Kopf. Mich würde es interessieren, ob die p.t. Leser diese Beobachtung teilen, oder ob sie von einer anderen Standard-Variante eines gestischen Verdruss-Levels ausgehen. Sofern Ihnen das Posten nicht schon bis Oberkante Unterkiefer steht, bitte ich um freundliche Benachrichtigung.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
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