, Christoph Winder

Schmazzurro

Im italienisch-deutschen Grenzgebiet

Mhhh...

foto: der standard/cremer

Ach Gott, was würde ich ohne den Schachtelwirt und seine periodisch wiederkehrenden Sprachinspirationen machen! Vor ein paar Jahren waren einmal die Los Wochos angesagt (gibt es die eigentlich immer noch?), momentan aber lautet das Motto "Amore tricolore", weil: Jetzt legt McDonalds die Hand auf Italien! "Schmazzurro" heißt das zu Werbezwecken kreierte germano-italienische Kunstwort, das momentan von allerlei Plakatwänden in Wien ins Stadtbild leuchtet, und der p.t. potenzielle Hamburgerkonsument wird unschwer erraten können, dass die beiden Wortbestandteile, aus denen Schmazzurro verfertigt wurde, "schmatzen" heißen und "azzurro", wie der gleichnamige Hit.

Vor die Qual der Wahl gestellt, sich für Schmatzurro oder Schmazzurro entscheiden zu müssen, haben die McDonalds-Werber die italienischere Variante bevorzugt, und siehe, es war gut so. Schließlich liest man ja auch lieber Cozze als Kotze, und auch Pitze (für Pizze) sähe man ungern. Aber womöglich haben die verehrten Leser ja ihre eigenen Ideen, welche orthografischen Regeln bei Wörtern, die die Sprachgrenzen so frohgemut überschreiten wie Schmazzurro, zur Anwendung kommen sollten.

Von Christoph Winder

Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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