, Christoph Winder

Knattern

Ein germanisches Geräusch

Was haben die Deutschen nur mit dem Knattern? Ich glaube nicht, dass dieses Wort in der österreichischen Umgangssprache eine besonders relevante Rolle spielt. Verwendet wird es für das einschlägige Geräusch ("Mein Notebook knattert nach dem Einschalten. Was soll ich tun?"), und damit hat sich die Sache aber auch schon. Wie anders jenseits unserer Grenzen: So verwendete etwa Dieter Bohlen kürzlich, zur großen öffentlichen Empörung, das Wort "durchknattern" im Sinne von "kopulieren" ("Du musst dich morgens mal richtig durchknattern lassen. Das hebt den Blutdruck!") - eine meines Wissens hierzulande ganz und gar ungebräuchliche Formulierung.

Ein zweites Beispiel: Der deutsche Schriftsteller Simon Borowiak gebraucht in seinem Buch "Alk" das Wort "sich zuknattern", um den Akt der freiwilligen Alkoholaufnahme zum Zwecke der Berauschung zu beschreiben ("Die Hausfrau hatte sich jahrelang mit Piccolo und Valium bis unter die Haarspitzen zugeknattert"). So sagt man also in Deutschland - aber nicht bei uns. Oder habe ich vielleicht aus Zufall ein weithin wahrnehmbares Zuknattern oder Durchknattern oder gar andere Knatter-Komposita in Österreich übersehen?

Dann bitte ich die p.t. Leser freundlich um Auskunft. Selbstverständlich sind auch alle anderen Knatter-Assoziationen herzlich willkommen.

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