, Christoph Winder

Alles crunchy

Im grünen Bereich

Antworten auf die Frage, wie es denn gehe und stehe, gibt es gar viele, und manche davon haben inzwischen schon so viele Jahre auf dem Buckel, dass sie in einer Unterredung nicht mehr eben taufrisch wirken. Ich denke hier etwa an "Alles paletti", das meines Wissens in den späten Siebzigern oder frühen Achtzigern so richtig in Mode kam, oder "Alles Bonanza", das dann ein paar Jahre später dran war. Jetzt gibt es eine neue Variante, die ich meiner Tochter zufällig bei einem Telefongespräch abgelauscht habe, nämlich "Alles crunchy" (bedeutet ebenso viel wie "Alles ok", "Alles unter Kontrolle", "Alles im grünen Bereich" usf.).

Weil "crunchy" bekanntlich so viel bedeutet wie "knusprig, knackig, resch", wäre es ja vorstellbar, dass es sich hierbei um die anglisierte Version der ebenfalls gelegentlich zu hörenden Formel "alles knuspi" handelt. Im engeren Sinn wäre die Verwendung von "alles crunchy" vor allem beim gemeinsamen Müsli-Frühstück angezeigt ("Wie schmeckt's?" "Alles crunchy"), aber das Wort hat, wie gesagt, diesen engen Verbreitungsbereich inzwischen weit transzendiert und sich in die weite Welt hinaus aufgemacht. Aber das ist ja ganz ok so. Oder ganz crunchy, wenn Sie das lieber haben.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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