Sparaxt

Ökonomisch zugehackt

Es taucht immer wieder einmal auf, wenn es um klamme Budgets und eingeschränkte Leistungen der Finanzminister geht, das Wort "Sparaxt" nämlich ("Merkels Sparaxt trifft 15.000 Verwaltungsstellen", der "Stern" im Juni 2010). Ich gebe gerne zu, dass mir der Sinn dieses Wortes, im Gegensatz zu dem des Sparschweins, nicht ganz einleuchtet. Die Axt im Hause erspart zwar den Zimmermann, aber davon abgesehen hat die Betätigung einer Axt per se noch keinen Spareffekt. Wahrscheinlich dürfte wohl gemeint sein, dass mit der "Axt" den überschüssigen Begehrlichkeiten der Damen und Herren Staatsbürger zuleibe gerückt werde, auf dass das Budget nicht den Rahmen sprenge. Schonendere Spar-Instrumente als die Sparaxt wären, so gesehen, die Sparpinzette, die Sparfeile oder das Spartaschenmesser; noch gröber könnte man mit der Spardynamitstange, der Sparhellebarde oder dem Sparkatapult ans Werk gehen. Womöglich haben ja meine ökonomisch versierten Leser zu diesem Thema die eine oder andere weiterführende Assoziation parat.

Von Christoph Winder
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