Mexi(p)o

Hintersinniges vom Badestrand

Willkommen im Jahr 2011. Die Schauspielerin Elisabeth Canalis war in den Weihnachtsfeiertagen am Golf von Mexico auf Badeurlaub, ein fürwahr weltbewegendes Ereignis also, das Österreich (die Zeitung, nicht das Land) zu Recht zum Auszucken brachte. In einem Artikelchen, das mit einem a tergo aufgenommenen Foto von Frau Canalis geschmückt war, erging sich der zuständige Redakteur in einer Fülle hintersinniger Formulierungen wie etwa der vom "Golf von Mexi(p)o", dem "Hochzeits(m)arsch", den Canalis und ihr Fiancé George Clooney gemeinsam angestimmt hätten, sowie der "Po-sitiven Seite", von der sie sich gezeigt habe. Eine lückenlose Arsch-Berichterstattung also, wie sich das für ein Qualitätsmedium geziemt.

Ich nutze dieses Stichwort zur Feststellung, dass sich Po-Wortspiele auf dem Boulevard und womöglich auch in anderen Umgebungen stets exorbitanter Beliebtheit erfreut haben und wohl auch weiterhin erfreuen werden: Ihr verdanken wir Wortspiele wie "Po-Sitiv", "Po-Sieren" und viele andere mehr. Vielleicht fühlen sich ja auch die p.t. Leserinnen und Leser durch dieses Stichwort animiert, ihr einschlägiges Vokabular aufzu-po-lieren und zum Pläsir der Allgemeinheit zu po-sten.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbeten an christoph.winder@derStandard.at

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