Zinsus maximus

Lateinische Worti im Bankwesen

Die Niederösterreichische Hypo bietet ihren Kunden derzeit ein Zinsus-Maximus-Sparbuch an: "Mit dem Zinsus Maximus sichern Sie sich attraktive Zinsen", verspricht die Bank, und darüber hinaus erhält man beim Eröffnen des Sparbuchs zwei Freikarten für die Landesausstellung in Carnuntum. Na, immerhin: Die seit Jahren an einen Zinsus Minimus gewöhnten Sparbuchbesitzer werden sich über jeden Zusatzertrag ihrer Geldanlage freuen.

Zinsus maximus (oder Zinsus Minimus) ist natürlich kein Latein, das gestrenge Lateinprofessoren durchgehen lassen würden. Es handelt sich um eine willkürliche, küchenlateinische Prägung, der die Albernheit augenzwinkernd mit eingeschrieben ist, wie etwa auch dem bekannten "Stechus Kaktus" oder "Schwanzus Longus", dem geschlechtlich wohlbestallten römischen Legionär. Unter dem Stichwort "Sterni leuchtunt" finden die p.t. Leser in diesem Wörterbuch ein paar Informationen zum so genannten Makkaroni, einer parodistischen Gattung der Dichtkunst, die auf mutwilligen lateinischen Wortneubildungen wie trinkabel, schleunibus, Verschwindibus, Futteralien, Fressalien, Schielax, Faulax etc. beruht. Möglicherweise inspiriert dieses Stichwort ja die einen oder andern Wörterbuchleserinnen oder -leser dazu, sich ebenfalls dichterisch zu betätigen und die Allgemeinheit mit ein paar Worti lateini zu ergötzen.

Von Christoph Winder
Winders Wörterbuch zur Gegenwart ist ein Work in Progress.
Zweckdienliche Hinweise auf bemerkens- und erörternswerte Wörter sind erbetenan christoph.winder@derStandard.at

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