Web ›› Copyrights

Hurt Locker-Produzenten klagen 24.583 Filesharer

25. Mai 2011, 11:25
Provider wollen Kundendaten zu IP-Adressen bislang nur in eingeschränktem Umfang herausgeben

An den Kinokassen nur mäßig erfolgreich, macht der Oscar-prämierte Filme The Hurt Locker seit etwa einem Jahr vor allem mit Klagen gegen Filesharer Schlagzeilen. Die Produzenten haben mittlerweile 24.583 BitTorrent-User im Visier, von denen Schadenersatz gefordert werden soll. Laut TorrentFreak ist es damit der bisher umfangreichste Filesharing-Rechtsstreit.

Bereits 2010 angekündigt

Bereits im vergangenen Jahr hatten die Produzenten Klage gegen rund 5.000 Nutzer eingereicht, nun kamen fast 20.000 weitere User hin, die den Film über BiTorrent-Börsen aus dem Netz geladen haben sollen. Dass es nicht bei 5.000 Usern bleiben soll, hatten die Produzenten von Voltage Pictures schon vergangenes Jahr angekündigt (der WebStandard berichtete). Die Blogger haben eine Liste aller IP-Adressen veröffentlicht, über die der Film angeblich widerrechtlich heruntergeladen wurde.

Provider spielen (nicht) mit

Aus den Gerichtsunterlagen, die TorrentFreak vorliegen, gehen die Abkommen mit den Providern hervor. Den Anwälten liegen nur IP-Adressen vor, um die Namen und Anschriften der User zu erhalten, müssen diese von den Providern herausgegeben werden. Mit Comcast, dessen Dienst 10.532 beschuldigte User nutzen, gebe es bislang keine Vereinbarungen. Charter (2.699 beschuldigte User) und Verizon (5.239 Nutzer) würden Daten zu 150 bzw. 100 IP-Adressen pro Monat herausgeben wollen. Damit würden mehrere Jahre vergehen bis den Anwälten überhaupt alle Nutzerdaten bekannt sind. Weitere 1.750 mutmaßliche Filesharer sind Kunden von Time Warner.

Lukrativer als Filmeinnahmen

Über den weiteren Verlauf hat nun Richterin Beryl Howell zu entscheiden, eine ehemalige Lobbyistin der Branchenvertretung RIAA. Alle von beschuldigten Usern bisher eingebrachten Anträge, die Forderungen fallen zu lassen, seien von Howell bereits abgelehnt worden. User, deren Kundendaten von den Providern herausgegeben werden, würden von den Anwälten zu Schadenersatzzahlungen aufgefordert. Laut TorrentFreak könnte es 20 Millionen US-Dollar einbringen, wenn 10.000 User auf die Forderung 2.000 US-Dollar zu zahlen eingingen. An den Kinokassen hat der Film jedenfalls in den USA nur 17 Millionen Dollar eingespielt. (red)

Copyrights

mehr