Buschen mit Aussicht

Harald Fidler
5. Juli 2011, 15:29
Harald Fidler reitet noch ein bisschen auf dem Buschenschankthema herum - bis in die Südsteiermark, zum Kieslinger mit Prachtpanorama

Mir scheint, Ihnen stank der Buschen von letzter Woche. Ich muss mich entschuldigen, kam erst jetzt zum Nachlesen der doch recht angeregten Debatte über Bobos, Weinpreise und Lenikus. Dank an Florian für die Erklärungen, die ich wie gewohnt schuldig blieb. Und ich danke für die sachdienlichen Hinweise über andere Buschenschanken - den kleinen, daraus destillierten Überblick für meine Notizen hänge ich unten an diesen Eintrag. Und bleibe gleich beim Thema Buschenschanken (in dem Fall sicher die). Das ist aber, bitteschön, kein Vergleich.

In der Südsteiermark tut man sich recht leicht mit eindrucksvollem Panorama. Hügel gibts genug. Häuser stehen nicht ganz so oft im Weg. Sonne ist auch genug da. Wald, Wiese und vor allem Weinriede sind dankbare Begleiterscheinungen, panoramisch betrachtet. Aber mancher Aussichtspunkt ist halt schon besonders schön. Zum Beispiel beim Kieslinger.

Saftladen

Vergleichen kann ich auch nicht bei den Weinen. Warum Veltliner und Riesling vom Bisamberg gegen Sauvignon und Morillon aus dem Südsteirischen stellen? Zudem: Die Bisamberger waren eine Pracht, bei den Steirern hab ich ausgelassen. Da war gerade Fidlersche Trockenzeit. Aber Frau G. wirkte vom Zweigelt durchaus angetan. Die Vegetarierin wiederum beschwerte sich nicht über den mitgebrachten Rieslingsekt. Und mein Trauben/Apfel/Karottensaft und Schilchertraubensaft gespritzt (sagt man da auch "Mischung"?) waren absolut fein. Vanillegeschmack wie beim Löwenzahn letztens hätte mich auch hier nicht gestört, war aber nicht auszumachen.

Der Schank, die Schank

Wer nicht trinkt, soll wenigstens vom Essen fett werden. Also ordert der Fidler in dem Schank an der Schank ein Selchfleischbrot, bei dem Verhackert zwischen (wie alles nicht urheberrechtlich gekennzeichnet) Brot und Selchfleisch, dass die Angelegeheit weder zu leicht noch zu trocken gerät. Sehr schön, viel Kren. Dazu ein Bratlfettbrot für Frau G., damit der Zweigelt eine angenehme wie sichere Umgebung bekommt, sie muss ja noch beifahren. Habe gekostet, auch fein. Für die Vegetarier in uns noch ein optisch wie geschmacklich erfreulicher Teller Kuhfrischkäse mit Schwarzbeeressig. Und, muss hier sein, Käferbohnensalat mit Rettich, und Kernaöul. Yeah.

Das gibt ausreichend Bauch, um sich noch mehr Sonne draufscheinen zu lassen in dem Prachtgastgarten, unter der man dann in die südsteirischen Hügel schaut, und sich fragt, warum man hierher eigentlich so lange fahren muss.

Und, ja, ich weiß, es gibt noch so tolle und viel tollere Buschenschanken - sachdienliche Hinweise noch immer erbeten. Bisher eingelangt:

PosterInnnen empfehlen diese Schanken:

Mirstetta Toni empfiehlt

ninagluck schickt uns nach

  • Guntramsdorf, verrät aber keine Namen

Hörmann

  • Buschenschank Szüts, Untere Jungenberggasse 7, 1210 Wien

(Mr. Costello kennt unter selber Adresse allerdings das Weingut Walter)

Miguel Rodrigez

  • Familie Eichberger, Aukeller 6, Enzersfeld

jumpingjack flash

  • Palatin in Nikitsch, Burgenland

der_kleine_nick

  • Pfaffl in Stetten
  • Schwarzböck in Hagenbrunn
  • Weinfest in Pillichsdorf

sonito

  • denk in wösendorf/wachau (erst 2012 wieder, schon leergetrunken)

usiUser

Schnabeltierfresser

  • Weinbau Judmann. Rehberger Kellergasse bei Krems.

Karl Radek

  • Zwanziger, Enzersfeld http://www.20ers.at/

Poldi Fesch
http://www.bernreiter.at/

tramezzino

jumpingjack flash

  • regner, traunfeld

Emil Sacklinger

Guy_fawkes

  • Strablegg-Leitner am Eichberg / Arnfels

srnzo

  • Grabner in Markt Hartmannsdorf

T. Lurker

  • Göbel in der Stammersdorfer Kellergasse
  • Karl Lentner in der Amtsstrasse in Jedlersdorf,
  • Fuchs Kurtl ebendort.
  • Nigl, Brunnergasse 30, Perchtoldsdorf


Schmeck's ist keine professionelle Lokalkritik. Harald Fidler und Freunde schildern hier ihre Erlebnisse beim Essen und Trinken. Als Dilettanten im Wortsinn: Laien, Amateure, Nichtfachleute, die eine Sache um ihrer selbst willen ausüben - also zum reinen Vergnügen. Was nicht immer gelingt.

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