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Auch das Fernsehen ist verrückt nach Apps

3. September 2011, 10:21

Bei der IFA in Berlin zeigt sich, dass die Verbindung Internet und TV langsam zusammenwächst

Irgendwie scheint es, als ob die Fernsehbranche die Monstermaschinen aus James Camerons Filmepos Avatar vermisst, mit denen am Panasonic-Stand 2009 eindrucksvoll die Morgenröte des dreidimensionalen Fernsehens angekündigt wurde. 3-D-TV ist in mancher Hinsicht gegessen, die meisten Flatscreens ab 32 Zoll sind 3-D-Modelle, und Marktforscher GfK ortet ihren Anteil bei Neuverkäufen bei 16 Prozent.

Smart TV

Aber 3-D hat nicht verhindert, dass der Markt lahmt (heuer acht Prozent weniger Stück, aufgrund des anhaltenden Preisverfalls 25 Prozent weniger Umsatz), und die nächste umsatzankurbelnde Fußballmeisterschaft ist erst 2012 in Sicht. Also ist die IFA heuer auf "Smart TV" gekommen, um Neugier und Nachfrage zu beflügeln.

Smart TV (auch Connected TV und andere Markennamen) ist die Verbindung zwischen Internet und Fernsehen, auch kein taufrischer Trend. Die Premiummarke Loewe hat bereits 1995 das erste TV-Gerät mit Internetanschluss herausgebracht, daraus wurde MediaNet, mit dem entsprechend ausgestattete TV-Geräte On-Demand-Angebote und Onlinedienste wie Youtube nutzen können.

Telekomkonzerne mischen mit

Solche Plattformen und geeignete TV-Geräte finden sich, nicht erst seit dieser Messe, bei praktisch allen Anbietern, wie Panasonic, Sony und Samsung bis LG. Nicht zuletzt soll Smart TV auch wieder 3-D ankurbeln: Durch dreidimensionale Filme, die es mangels regulärer TV-Programme nur online gibt.

Aber nicht nur TV-Geräte-Hersteller, auch Telekomkonzerne mischen mit. Die deutsche Telekom bietet "Entertain" an, der Onlinedienste wie zeitversetztes TV oder eine Mediathek mit Kabel- und Satellitenempfang verschränkt. Auch Vodafone fettet um 40 Euro pro Monat das Fernsehmenü ihrer Kunden auf und integriert andere Geräte wie das iPad und dessen Content.

Zweiter Begleiter: Tablet

Noch ein anderer Trend verfestigt sich: das Tablet als ständiger Begleiter beim Fernsehen im Wohnzimmer. Digitale Programmzeitschriften, Zusatzinformation zu Filmen und TV-Serien, Twitter-Kommentare zu laufenden Sendungen: Der zweite persönliche Bildschirm sichert sich ebenso wie Smart TV einen festen Platz in unserer Wohnzimmerunterhaltung. Und die Hersteller bemühen sich nach Kräften, dies mit Apps zu unterstützen. (Helmut Spudich, DERSTANDARD/Printausgabe, 03. September 2011)

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