Günstige Farbkalibrierung mit Open-Source-Hardware

Andreas Proschofsky
14. November 2011, 14:52
GNOME-Entwickler entwirft eigene Lösung - Alle Hard- und Software unter der GPL veröffentlicht, aber auch zum Kauf

In den vergangenen Jahren hat sich der bei Red-Hat beschäftigte Entwickler Richard Hughes - neben der Weiterentwicklung des GNOME Power Managers - zunehmend einem am Linux-Desktop bis dahin etwas unterentwickeltem Thema gewidmet: Der Farbkalibrierung. In Form des Systemservices Colord und des darauf aufsetzenden GNOME Color Manager ist dabei mittlerweile eine recht mächtige Softwarelösung entstanden, mit der unterschiedlichste Ausgabegeräte nach Belieben kalibriert werden können.

Hardware

Damit ist freilich dieses Thema noch nicht vollständig abgedeckt, braucht es doch zur Kalibrierung auch die zugehörige Hardware, und diese ist typischerweise weder besonders kostengünstig noch gut mit Linux-Treibern versorgt. Also hat sich Hughes einem neuen Projekt zugewandt, dessen Ergebnis er jetzt in einem Blog-Eintrag verkündet: In Form des "ColorHug" hat er ein eigene Hardware für solche Aufgaben entwickelt, die wesentlich kostengünstiger als kommerzielle Lösungen sein soll, und dabei auch noch flotter zu Werke geht.

GPL

Sowohl die im ColorHug verwendeten Softwarebestandteile - etwa Bootloader oder Firmware - als auch die Hardware-Schemata und die Platinen-Layouts hat er unter der GPLv2 veröffentlicht. Wer will kann die Hardware also selbst nachbauen. Wer lieber zu einer fertigen Lösung greift, kann den ColorHug auch über die Seite des Projekts bestellen, der Preis liegt bei 60 britischen Pfund (ungefähr 70 Euro), Versandkosten sind hier aber noch dazuzurechnen.

Testlauf

Für die erste Runde an Bestellungen sucht Hughes nun zunächst einmal technisch versierte NutzerInnen, die Willens sind Bug-Reports zu schreiben und beim Testen von Firmware-Updates zu helfen, um etwaige Probleme mit der Hardware auszubügeln. Diesen bietet er im Gegenzug einen Rabatt von 20 Prozent an. Wer hieran interessiert ist, kann sich für den ColorHug auf der Seite voranmelden. Derzeit gibt es ausschließlich Linux-Treiber für den ColorHug, Windows- und Apple-NutzerInnen sollen allerdings über eine mitgelieferte Live-CD in der Lage sein Farbprofile zu erstellen und dann unter ihrem Betriebssystem zu installieren. (apo, derStandard.at, 14.11.11)

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