Dehli läuft Detroit Rang als Autohauptstadt ab

Ansichtssache
5. Jänner 2012, 16:03
Ferrari hat im vergangenen Jahr in Indien sein 
erstes Autohaus eröffnet, Maserati und Aston 
Martin folgten. Ford will in diesem Jahr alle zehn Tage eine neue Niederlassung 
aufmachen. Noch leben zwar zwei Drittel aller Inder unter der Armutsgrenze. Doch 
mit dem raschen Wirtschaftswachstum wächst die neue Mittelklasse, und auch 
Millionäre gibt es immer mehr. Auf der Automesse 
in Neu Delhi, die am Donnerstag begann, tummeln sich daher fast alle großen 
Hersteller - und manche verzichteten dafür sogar auf die traditionelle Teilnahme 
an der Auto Show in Detroit. (Bild: Daimler India Commercial Vehicles stellt den neuen BharatBenz vor)
Die Automesse in Indiens Hauptstadt Neu Delhi "ist für uns mittlerweile 
eine der wichtigsten Messen im Kalender", sagt der für die Asien-Pazifik-Region 
zuständige Ford-Manager Joe Hinrichs. Indien werde 
schon 2020 der drittgrößte Automarkt der Welt sein 
- da möchte Ford ganz vorn dabei sein. "Mobilität für alle" heißt das Motto der diesjährigen Auto Expo. Doch trotz der Dauerstaus in Indiens Metropolen setzen die 1.500 Aussteller - 
darunter 75 deutsche Autohersteller und Zulieferer 
- vor allem auf den Ausbau des Individualverkehrs. (Bild: Tata Group-Chef, Ratan Tata (Mitte) posiert mit anderen Kollegen vor einer modifizierten Version des Tata Safari Storm)
Noch dominieren die im Westen wenig bekannten Marken in Indien: Marktführer mit 40 Prozent ist der 
indisch-japanische Hersteller Maruti-Suzuki. Dazu kommen einheimische 
Produzenten wie Mahindra & Mahindra, die den südkoreanischen Hersteller 
SsangYong kauften, oder Tata, bekannt geworden mit dem angeblich billigsten 
Kleinwagen der Welt. Kurz vor Beginn der Automesse 
stellte Bajaj sein erstes Auto vor - bisher 
produzierte das Unternehmen nur Rikschas, Mopeds und Motorräder. (Bild: Bajaj)
Noch fahren vor allem Kleinwagen auf Indiens 
Straßen - das Einsteigermodell für eine Nation, die sich nach wie vor 
hauptsächlich auf Fahrzeuge mit zwei oder drei Rädern verlässt. Doch die Käufer 
werden anspruchsvoller, sagte Maruti-Suzuki-Chef Shinzo Nakanishi: "Sie wollen 
mehr Luxus und bessere Ausstattung." Rund zwei Drittel aller Kunden, die sich 
für das billigste Modell Alto entschieden, kauften es in der "Super 
Luxus"-Version, erzählt Nakanishi. (Bild: Maruti Suzuki SUV mit Chef)
Auch Ford verkauft vor allem seinen Kleinwagen Figo in Indien, präsentiert auf der Messe in Neu Delhi nun aber 
auch eine neue Version seines kleinen Geländewagens EcoSport. Ziel ist die obere 
Mittelschicht, die eine gute Federung auf den oft noch sehr schlechten Straßen 
des Landes zu schätzen weiß. (Bild: Ford EcoSport)
Die gehobene Mittelklasse will auch Peugeot ansprechen. Der französische 
Hersteller kehrte erst im vergangenen Jahr nach Indien zurück und will in seinem Werk in Gujarat im 
Westen des Landes vor allem Limousinen bauen. "Wir wollen uns von den 
einheimischen Herstellern unterscheiden und mit Oberklassewagen bekanntwerden", 
sagt der bei PSA Peugeot Citroen für ausländische Märkte zuständige Manager 
Frédéric Fabre. Zwei neue Modelle stellt Peugeot in Neu Delhi vor. (Bild: Volkswagen-Modelle warten auf Enthüllung)
 
Der Autoabsatz in dem riesigen Land mit seinen 1,2 
Milliarden Bewohnern wird weiter kräftig wachsen, prophezeit die 
Unternehmensberatung Deloitte. Die derzeitige Abschwächung - das Wachstum ging 
von mehr als 30 Prozent auf nur noch rund zwei Prozent zurück - sei nur 
vorübergehend. Denn: Nach wie vor hätten nur sehr wenige Inder ein Auto, und der Zuzug in die Städte halte an: für Autohersteller "attraktive Bedingungen". (Bild: Bollywood trifft Autosalon - Amitabh Bachchan (vorne rechts) bewundert einen mit dem Auto-Designer Dilip Chhabria (zweiter links) den DC Avanti, ein Sportauto im Desighn von DC Design) (APA)

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