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Mit wachen Sinnen in den OP

19. Jänner 2012, 12:51
Neue Aufbewahrungsmöglichkeit ermöglicht Patienten Brille und Hörgerät bis kurz vor der Operation zu tragen

Aus Gründen der Sicherheit und der Hygiene werden den Patienten vor einer Operation persönliche Hilfsmittel, wie Brillen und Hörgeräte bereits im Krankenzimmer abgenommen und dort aufbewahrt. Gerade aber in der Zeit bis zur Operation und auch direkt danach, empfinden viele Menschen den Verlust ihrer „Sinne" als besonders störend und belastend.

Mit zunehmendem Alter sind Menschen vermehrt auf persönliche Hilfsmittel angewiesen, die Beeinträchtigungen und Gebrechen beheben sollen. Eine Brille zur Sehschwächen-Korrektur, ein Hörgerät zur Verbesserung der Hörleistung, aber auch Zahnprothesen sind weit verbreitet und geben vor allem dort Sicherheit, wo der teilweise Verlust die Funktion einzelne Sinne schwächt.
Aus Sicherheitsgründen können diese Hilfsmittel bei einer Operation nicht beim Patienten bleiben. Sie werden daher vor einem Eingriff abgenommen und aufbewahrt.

Aus hygienischen und organisatorischen Überlegungen erfolgt dies bereits im Krankenzimmer. Die ganze Zeit über, während des Transportes vom Zimmer in den Operationssaal, während der Vorbereitung der Operation, aber auch im Aufwachraum, wo sich der Patient vom Eingriff erholt, und beim anschließenden Rücktransport in das Krankenzimmer, muss der Patient mit seinen derart beeinträchtigten Sinnen zurechtkommen.

Aufbewahrung für persönliche Hilfsmittel

„Diese Vorgehensweise entspricht zwar allen Normen, ist aber eine entwürdigende und beängstigende Situation vor allem für ältere Menschen", erklärt dazu M. Barbara Lehner, Generalvikarin und zuständig für das Wertemanagement im Krankenhaus der Elisabethinen in Linz.
Die Recherche hat gezeigt, dass die Vorgehensweise im präoperativen Bereich weltweit sehr ähnlich gehandhabt wird, und dass es derzeit keine nachahmenswerten besseren Modelle gibt.

„Wir haben den Bedarf an einer Aufbewahrungmöglichkeit für persönliche Hilfsmittel im prä- und postoperativen Bereich identifiziert und mangels Verfügbarkeit am Markt die Entwicklung eines derartigen Behältnisses eingeleitet" Hannelore Dirschlmayer-Steiner, MMAS, MBA, Pflegedirektorin
Als Kooperationspartner hat die Clusterland Oberösterreich GmbH drei Ihrer Partnerbetriebe zu einem Projekt eingeladen.

Entstanden ist ein Behälter, der im Spritzgussverfahren erzeugt wird, aus einer abwaschbaren Außenschale und einem mit entsprechenden Vertiefungen versehenen Innenteil, in dem eine Brille, zwei Hörgeräte und zwei Zahnprothesen sicher aufbewahrt werden können. Die Box wird mittels Klettverschluss am Bett befestigt, begleitet somit den Patienten bis unmittelbar vor den Operationssaal und steht sofort nach dem Aufwachen aus der Narkose wieder zur Verfügung. (red)