SAP will Rechtsstreit mit Oracle bald vom Tisch haben

24. Februar 2012, 13:40
SAP will Rechtsstreit mit Oracle bald vom Tisch haben

Im erbitterten Rechtsstreit mit dem Wettbewerber Oracle um Datendiebstahl dringt der Software-Konzerne SAP auf eine schnellstmögliche Neuauflage des Prozesses in den USA. "Wir setzen weiterhin alles daran, den Rechtsstreit mit Oracle zu einem raschen und vernünftigen Ende zu bringen", teilte ein SAP-Sprecher am Donnerstag in Walldorf bei Heidelberg mit. Das sei im Interesse aller Beteiligten. "Wir würden es daher begrüßen, wenn die Gerichtsverhandlung im Juni 2012 stattfinden kann."

August 2013

Das zuständige US-Gericht in Kalifornien hatte vergangene Woche mitgeteilt, dass die erneute Verhandlung des seit Jahren gärenden Rechtsstreit entweder im Juni dieses Jahres oder erst im August 2013 möglich sei. Oracle hat sich bisher nicht zu seinen Präferenzen geäußert, aber SAP mit der angestrebten Wiederaufnahme des Verfahrens einen schweren Tiefschlag versetzt. Denn die Amerikaner wollen sich mit der im ersten Verfahren zugebilligten Schadenersatzzahlung von 272 Mio. Dollar (205 Mio. Euro) nicht zufrieden geben und hoffen auf eine höhere Erstattung in einem neuen Prozess.

Clinch

Der Clinch zwischen den beiden weltweit größten Anbietern von Unternehmens-Software dauert mittlerweile sieben Jahre. Mitarbeiter einer SAP-Tochter hatten 2005 illegal Software-Codes von Oracle-Rechnern heruntergeladen. Oracle verklagte SAP daher 2007 wegen Diebstahl geistigen Eigentums, SAP gab die Vorwürfe nur scheibchenweise zu. Ein Geschworenengericht verdonnerte SAP im November 2010 zur Zahlung zu einem Rekordschadenersatz von 1,3 Mrd. Dollar. Im Herbst vergangenen Jahres kassierte die US-Berufsrichterin Phyllis Hamilton den Juryspruch jedoch überraschend als "völlig überzogen" und reduzierte den von SAP an Oracle zu zahlenden Schadenersatz auf 272 Mio. Dollar.

Oracle stand damit vor der Wahl, die geringere Summe zu akzeptieren oder das Verfahren noch einmal ganz neu aufzurollen. Die Amerikaner entschieden sich für letzteres, da sie Schadenersatz in Höhe von gut vier Milliarden Dollar für angemessen halten. (Reuters)

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