Telekom Affäre: Investor Schlaff gerät ins Visier

1. März 2012, 11:07
Schlaffs lukrative Geschäfte bei Telekom-Akquisitionen in Osteuropa erscheinen Pilz verdächtig

Dass der österreichischen Geschäftsmann Martin Schlaff bei den Akquisitionen der Telekom Austria (TA) in Osteuropa seine Finger im Spiel hatte und auch die Übernahme der weißrussischen Velcom im Jahr 2007 eingefädelt hatte, war bekannt. Weitere Details dazu wurden jetzt aus den E-Mails der Telekom bekannt, die dem Magazin "News" zugespielt wurden. Demnach hatte die Holdenhurst Ltd. mit Sitz in Zypern damals einen lukrativen Beratungsvertrag mit der TA, der dem zypriotischen Unternehmen 200.000 Euro im Monat einbrachte. Wie der "Kurier" nun berichtete, gehört ebendiese Holdenhurst Ltd. Martin Schlaff.

Beratung beim Erwerb

Der Vertrag über die Beratung beim Erwerb der weißrussischen Telekom-Firma sei mit 1. März 2007 datiert und zwischen der TA-Tochter Mobilkom Austria und Holdenhurst geschlossen worden. Holdenhurst gehöre zu 100 Prozent der MS Privatstiftung von Martin Schlaff, heißt es in einem "Kurier"-Bericht (Mittwochausgabe). Über die Vertragsdauer bis 31. Oktober 2008 sei ein monatliches Honorar von 200.000 Euro fixiert worden, es seien aber insgesamt nur 1,8 Mio. Euro geflossen, weil Schlaff schließlich ein viel größeres Geschäft bei dem Deal gemacht habe. Schlaff beteiligte sich selbst an der Velcom und verkaufte seinen Anteil später an die TA.

"Zum Komplex Schlaff, Velcom und Mobiltel kommt laufend neues Material herein und ich gehe davon aus, dass wir ihn in den Ausschuss laden werden"

Der Weißrussland-Deal, aber auch der frühere Erwerb der bulgarischen Mobiltel durch die österreichische Telekom - über ein Austro-Konsortium rund um Schlaff - kommen dem Grünen Mandatar Peter Pilz "aufklärenswert" vor und er möchte Schlaff vor den parlamentarischen Korruptions-U-Ausschuss laden. "Zum Komplex Schlaff, Velcom und Mobiltel kommt laufend neues Material herein und ich gehe davon aus, dass wir ihn in den Ausschuss laden werden", wird Pilz heute, Donnerstag, vom "WirtschaftsBlatt" zitiert. (APA)

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