Adobe arrangiert sich mit der Mobilwelt

2. März 2012, 11:15
Onlinedienst Creative Cloud setzt auf monatliche Abonnements statt Lizenzen

Am Anfang war der Streit: Als "Flash War" wurde die Auseinandersetzung zwischen Adobe, Softwareausstatter von Content-Produzenten aller Art, und Apple bekannt. Der iPhone- und iPad-Hersteller weigerte sich, Adobes Multimediaprogramm Flash installieren zu lassen, obwohl Flash bis vor wenigen Jahren das dominante Multimedia-Format im Web war.

"Content für Tablets produzieren und Content auf Tablets selbst produzieren ist in den Mittelpunkt der Entwicklung gerückt"

Apple setzte sich durch und Adobe arrangierte sich. Inzwischen sieht es sich als Gewinner der mobilen Evolution. "Content für Tablets produzieren und Content auf Tablets selbst produzieren ist in den Mittelpunkt der Entwicklung gerückt", sagt Adobe-Vizepräsident Danny Winokur im Gespräch mit dem STANDARD .

Eben hat Adobe sein Software-Flaggschiff Photoshop in einer Touch-Version für das iPad herausgebracht. Mit einem eigenen Cloud-Service, Adobe Creative Cloud, sollen Tablet-Nutzer die darauf vorgenommenen Bearbeitungen nahtlos in ihren Workflow integrieren und auf anderen Geräten weiterverwenden können. So können beispielsweise nach einem Fotoshooting Resultate sofort verwertet werden und stehen zugleich auch Kollegen in der Agentur zur Verfügung.

50 Dollar im Monat

Mit Creative Cloud ändert sich für Adobe und seine Benutzer auch der Umgang mit (teuren) Lizenzen für seine Software: Um 50 Dollar im Monat werden Cloud-Kunden nicht nur das Online-Service nutzen können, sondern auch Adobes Software auf ihrem Mac oder PC. Adobe steigt damit schrittweise vom Kauf- auf ein Mietmodell um: So kostet derzeit Adobes Creative Suite in seiner teuersten Ausgabe rund 2000 Euro. Der Kaufpreis entfällt für Cloud-User, dafür sollen Abonnements Adobes Kassen füllen.Mit seiner Digital Publishing Suite ermöglicht es Adobe seinen Kunden zudem Printprodukte mit wenig Aufwand in Tabletformate zu bringen und auch wieder mehr Geld dafür zu verdienen, sagt Winokur. Denn anders als bei Print können am Tablet und Handy interaktive Elemente integriert werden, was vor allem die Werbung und Spielehersteller anspreche. (Helmut Spudich)

Link

Adobe

Innovationen

mehr