Samsung Galaxy Tab 7.7 besticht mit gutem Display und starker CPU

Test
9. April 2012, 11:39
Super-AMOLED-Plus-Display, 1,4-GHz-Dual-Core-CPU und guter Akku zeichnen das Gerät aus

Samsungs Tablet-Reihe hat sich in Europa als härtester Konkurrent für Apples iPad herauskristallisiert. Der südkoreanische Hersteller hat mittlerweile eine Vielzahl an Tablets auf dem Markt. Der WebStandard hat sich das Galaxy Tab 7.7 näher angeschaut.

Super-AMOLED-Plus-Display

Das Tablet macht schon beim Auspacken einen guten Eindruck. Die Verarbeitung ist sehr gut. Das Gehäuse ist aus Metall, jedoch kein Unibody, und fühlt sich hochwertig an. Die 340 Gramm liegen gut in der Hand, und trotz der geringen Größe lassen sich Texte auf Webseiten gut lesen. Das 7,67 Zoll große Super-AMOLED-Plus-Display löst mit 1.200 x 800 Pixel (WXGA) auf. Bilder und Videos werden scharf wiedergegeben, auch die Farben haben eine gute Sättigung und sind klar.

Ton

Die Tonwiedergabe ist für ein Tablet in Ordnung. Allerdings beginnt das Galaxy Tab bei tieferen Tönen leicht zu vibrieren. Wenn man das Tablet in der Hand hält, kann das mit der Zeit stören.

Viel Power

Der hauseigene 1,4-GHz-Dual-Core-Prozessor und 1 GB Arbeitsspeicher sorgen für ein flüssiges und schnelles Arbeiten. Während des Tests kam es zu keinem Ruckeln und die Apps starteten schnell. HD-Videos werden problemlos abgespielt, Spiele laufen einwandfrei.

Akku

Die Akkuleistung ist sehr gut. Der Akku mit 5.100 mAh ist in etwa vier Stunden aufgeladen und hält auch bei intensiver Nutzung ohne Probleme mehr als einen Tag. Samsung verspricht, dass man mit einer vollen Akkuladung zehn Stunden Videos schauen kann. Das wurde zwar nicht überprüft, ist aber durchaus vorstellbar. Bei weniger intensiver Nutzung (gelegentliches Surfen, Spielen und Lesen) hielt der Akku drei Tage.

Speicher

Das Samsung Galaxy Tab 7.7 bietet 16, 32 oder 64 Gigabyte internen Speicher, der zusätzlich noch mit MicroSD-Karten um 32 Gigabyte erweitert werden kann. Der SD-Schacht befindet sich auf der linken Seite hinter einer Abdeckung aus Plastik. Liefert Samsung ansonsten ein hochwertig verarbeitetes Tablet, wurde hier gespart. Die Abdeckung wirkt billig und man hat beim Öffnen das Gefühl, sie könne jederzeit abbrechen. Dasselbe gilt für die Abdeckung des SIM-Karten-Einschubs, der sich oberhalb des MicroSD-Schachts befindet.

Android 3.2

Auf dem Tablet läuft Android 3.2 Honeycomb. Ein Update auf Android 4.0 Ice Cream Sandwich wird noch in der ersten Jahreshälfte erwartet. Samsung hat die Oberfläche des Betriebssystems wie gewohnt stark angepasst und ihm die Touchwiz-Oberfläche übergezogen. Das Aussehen ist Geschmackssache, dem Tester gefiel es ganz gut. Neben der Oberfläche hat Samsung einige Apps und sogenannte Hubs vorinstalliert.

Hubs

Über den Social Hub werden soziale Netzwerke zusammengeführt. Über den Game Hub kann man Spiele beziehen, über den Readers Hub Nachrichten, Bücher und Magazine und über den Music Hub Musik. Es gibt sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Angebote. Die Hubs sind ein einfacher Zugang zu Medien, die man auch über andere Apps beziehen kann. Der Tester findet sie nicht schlecht gemacht, aber auch nicht unbedingt notwendig. Negativ ist, dass man die Hubs nicht deinstallieren kann, wenn man sie nicht benötigt oder will. Mit Samsung Apps liefert der Hersteller außerdem eine eigene Alternative zum Android Market, der jedoch auch vorinstalliert ist.

Anschlüsse

Das Galaxy Tab 7.7 hat einen Kopfhöreranschluss und einen proprietären Anschluss, für den ein entsprechender Adapter mitgeliefert wird. Über diesen kann man das Tablet an das Ladegerät oder an den Computer anschließen. Einen Micro-USB- oder HDMI-Anschluss bietet das Tablet nicht. Das ist ein Minuspunkt. Will man Daten kopieren, benötigt man die Samsung-Software Kies.

Kameras

Auf der Rückseite befindet sich eine Kamera mit drei Megapixel, Autofokus und LED-Blitz. Die Frontkamera hat zwei Megapixel und einen fixen Fokus. Die Auflösung ist für eine Frontkamera relativ hoch und für Videochats ausreichend. Die Qualität der Fotos ist für Schnappschüsse in Ordnung, für mehr aber nicht zu gebrauchen. Auch die Fotoqualität der Hauptkamera ist nicht top, allerdings kann sie Videos in 720p aufnehmen.

Kamera-App

Die Kamera-App von Samsung ist etwas umfangreicher als die Android-Standard-App. Man kann per Fingertipp wählen, worauf man fokussieren möchte. Außerdem lassen sich ein Timer und die Belichtungszeit einstellen. Mit dem vorinstallierten Foto-Editor kann man die Bilder noch nachbearbeiten. Es stehen grundlegende Funktionen wie Beschneiden und Vergrößern zur Verfügung, und es können auch Helligkeit, Kontrast und Farben verändert werden. Außerdem liefert Samsung einige Effektfilter wie Tilt-Shift mit. Die App lässt sich gut bedienen und liefert gute Ergebnisse.

Video-Editor

Auch ein Video-Editor ist mit an Bord. Hier lassen sich Videos zusammenfügen, schneiden, mit Musik unterlegen und Effekte hinzufügen. Die App ist einfach zu bedienen, und auch hier kommt es zu keinem Ruckeln beim Arbeiten. Mit Polaris Office kann man Powerpoint-, Word- und Excel-Dateien erstellen und bearbeiten.

Media-Player

Wer weniger bearbeiten und mehr konsumieren will, den bedient Samsung mit einem Video- und einem MP3-Player. Dabei lassen sich die Videos auch auf einen externen Fernseher streamen, einen HDMI-Adapter vorausgesetzt. Multimedia-Inhalte lassen sich auch mit DLNA-zertifizierten (Digital Living Network Alliance) Geräten über das Netzwerk teilen. Auch ein E-Book-Reader ist vorinstalliert.

Fazit

Das Display, der Akku und der Prozessor sind sehr gut. Bei der Verarbeitung sind die Abdeckungen des SD-Karten- und des SIM-Karten-Slots eindeutig Minuspunkte. Die Kamera ist maximal für Schnappschüsse zu gebrauchen. Die Touchwiz-Oberfläche ist Geschmackssache, dass man die vorinstallierten Hubs nicht deinstallieren kann, ist ein weiterer Minuspunkt. Das Galaxy Tab 7.7 macht alles in allem aber einen guten Eindruck. Es ist aufgrund seiner Größe ideal für unterwegs, und dank des Super-AMOLED-Plus-Displays sind Texte gut lesbar. Möchte man das Tablet eher zu Hause verwenden, sollte man vielleicht zu einem etwas größeren Gerät greifen. (Christof Sorge, derStandard.at, 9.4.2012)

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