Warum niemand das Rad erfunden hat

18. März 2012, 18:04

Acht einfache Schritte vom rollenden Baumstamm zum System aus Rad und Achse

Die ältesten bislang bekannten archäologischen Funde von Wagenrädern gehen bis in die Mitte des 4. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung zurück. Für etwas, dessen Vorteile so - vermeintlich? - einleuchtend sind, erscheint das ziemlich spät: Die vergleichsweise durchaus aufwändigere Metallverarbeitung hat eine deutlich längere Geschichte. Warum wurde das Rad also nicht schon viel früher erfunden? Der Blog "Krulwich Wonders ..." auf der Website des US-amerikanischen National Public Radio ist auf der Suche nach einer möglichen Antwort beim Evolutionsbiologen und Buchautor Jonnie Hughes fündig geworden.

Hughes sieht die Crux nicht im Verstehen der rollenden Bewegung an sich, sondern in der Fähigkeit, daraus ein funktionierendes Transportsystem mittels Rad und Achse abzuleiten. Daraus zieht Hughes den Schluss, dass - lebewohl, Hypothese vom urgeschichtlichen Daniel Düsentrieb - genau genommen vielleicht gar niemand das Rad erfunden habe, sondern es Schritt für Schritt entwickelt wurde; vielleicht über Jahrtausende hinweg. Das Ganze ist mit einer verblüffend einfachen Grafik garniert, wie man in acht Schritten von einem Block, der über Baumstämme gerollt wird, zu einem waschechten Wagen kommt:

--> Krulwich Wonders ...: "Why'd It Take So Long To Invent The Wheel?"

(red, derStandard.at, 18.3.2012)