Nemeth: "Mobile Advertising ist keinesfalls eine Freak-Show"

15. März 2012, 13:30
Mobile Werbung über werbefinanzierte Tarife und Newsscreens und die erste unabhängige Mobile-Ad-Spending Erhebung kommt 2012

Dass Österreich für mobile Werbung wie gemacht ist, zeigte Harald Winkelhofer, Chef von IQ Mobile und Präsident der Mobile Marketing Association (MMA), anhand des MMA Report 2011 beim Mobile Advertising Breakfast am Donnerstag.

91 Prozent aller Mobiltelefone sind Vertragshandys, bereits 56 Prozent nennen ein Smartphone ihr Eigen und 51 Prozent nutzen regelmäßig das mobile Internet - eine extrem hohe Rate im EU-Vergleich. Im Gegensatz dazu wirken die Zahlen auf Seiten der Werbetreibenden geradezu ernüchternd: Weniger als zehn Prozent der Unternehmen haben eine mobil optimierte Website und 2011 brachte es Mobile bei den Werbe-Spendings gerade mal auf geschätzte zehn Millionen Euro. 2012 soll es dazu erstmals eine unabhängige Erhebung dazu geben, kündigte Winkelhofer an.

10 Millionen Euro Ad-Spendings pro Jahr

Der neue Werbekanal werde im Marketingmix noch immer nicht wirklich berücksichtigt, konstatierte der MMA-Präsident und wies die Agenturvertreter und Zuhörer aus der Privatwirtschaft wiederholt auf den Faktor Targeting hin, der so gut wie alle Streuverluste vermeidbar mache. Aufgrund der hohen Zahl an Vertragskunden in Österreich könnten inzwischen Zielgruppen konkret nach Alter, Geschlecht und Ortsdaten angesteuert werden, was den Werbetreibenden völlig neue Möglichkeiten erschließe, schloß Winkelhofer.

Werbefinanzierter Tarife und Newsscreen-App

Als Vertreter der österreichischen Telekombranche stellte Telering-Chef Christian Nemeth verschiedene mobile Werbemöglichkeiten anhand seiner Dachmarke vor, allen voran das gebräuchlichste Tool einer Nachricht via SMS oder MMS. Dieser Service werde vor allem bei dem 2011 eingeführten werbefinanzierten Tarif "Gesponserter Basta" eingesetzt, der bei ermässigter Grundgebühr in der Funktion als mobiles Flugblatt drei bis fünf SMS pro Woche zu den vorab eingestellten Kundeninteressen verschickt. Die kurzen Botschaften weisen laut Nemeth Conversionraten bis zu 45 Prozent auf.

Seit Herbst 2011 wird zum ersten Mal in Europa eine Applikation namens "Newsscreen" getestet, bei der ein Nachrichtenticker auf dem Handybildschirm läuft, der im Verhältnis 3:1 Nachrichtenmeldungen mit Bannerwerbung unterbricht. Derzeit nützen dieses Produkt erst einige tausend Nutzer, so Winkelhofer, in den nächsten Wochen werde die App jedoch auf allen Android-Geräten vorinstalliert mitgeliefert. "Es ist leichter die Kunden zu erwischen, wenn man es schon vorinstalliert hat", erklärte Nemeth die geplante Erweiterung. Das Plus der Opt-In-Möglichkeiten bleibe nichtsdestoweniger vorhanden, versicherten die beiden Vortragenden, da die App zum Start nach Konfiguration und Zustimmung verlange. Eine iPhone-Applikation ist aufgrund der "Walled Garden"-Strategie von Apple laut Winkelhofer derzeit nicht geplant.

Keine Angst vor "What's app" & Co.

Vor Entwicklungen wie "What's app" und anderen Kommunikationstools, die Dienste wie SMS zusehends ausbooten, sehe man hierzulande in den nächsten Jahren keine echte Gefahr, meinte Nemeth. "Werbung lässt sich auch auf anderen Plattformen einspielen", setzte Winkelhofer hinzu, und meinte: "aus Werbersicht sage ich: je mehr desto besser." (Tatjana Rauth/derStandard.at/15.3.2012)

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