Ur-Kamele mit langen Schnauzen in Panama entdeckt

18. März 2012, 21:05
Forscher fanden Fossilien zweier Lama-Vorfahren, die zu den ältesten Tieren zählen, die zu Fuß nach Zentralamerika gelangt sind

Panama-Stadt - In Panama wurden Überreste zweier bisher unbekannter ausgestorbener Kamelarten entdeckt - und verantwortlich für den Fund war eine Schlange. Das Reptil erschreckte den Doktoranden Aldo Rincon von der University of Florida. Er stürzte einen Abhang hinunter und fiel mitten in die fossilen Überreste der Kamele. Im Fachblatt "Journal of Vertebrate Paleontology" veröffentlichte das Forscherteam nun Details zu dem Fund: Aguascalientia panamaensis und Aguascalientia minuta lebten vor etwa 20 Millionen Jahre und stellen damit die ältesten Säugetiere dar, die bislang in Panama gefunden wurden.

"Sie gehören zu den ältesten Tieren, die zu Fuß nach Zentralamerika eingewandert sind", erklärte der Geologe Rincon. Vermutlich seien sie die Vorfahren der Lamas. Die seltsam aussehenden Tiere haben wenig mit den Kamelen von heute gemeinsam: Sie waren viel kleiner und die langgezogenen Schnauzen der Tiere ähnelten denen von Krokodilen. Rincon vermutet, dass die Urkamele in den Wäldern Panamas lebten.

Aushubmaterial vom Ausbau des Panama-Kanals

Die Wissenschafter untersuchen das Aushubmaterial beim Ausbau des Panama-Kanals. Rincon und seine Kollegen fanden auch Überreste von Pferden, Reptilien und Fledermäusen in den etwa 100 Millionen Kubikmetern Erde. Der Fund der Kamelfossilien wirft auch ein neues Licht auf die Frage, ab wann Nord- und Südamerika auf dem Landweg verbunden waren. Die Tiere hatten ihren Ursprung in Nordamerika, daher nehmen Wissenschafter an, dass vor 20 Millionen Jahren Zentralamerika noch von Südamerika getrennt war. Erst vor etwa drei Millionen Jahre habe sich wohl der Isthmus von Panama geformt - und die Tiere seien weiter nach Süden gewandert. (APA/red, derstandard.at. 18.3.2012)

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