Satellitenstart in memoriam Kim Il-sung

16. März 2012, 13:13
Nordkoreanische Pläne würden gegen UN-Resolution verstoßen - Südkorea wertet dies als Provokation

Seoul - Nordkorea hat für kommenden Monat den Start eines Satelliten angekündigt. Die "Unha-3"-eTrägerrakete soll zwischen dem 12. und 16. April in den Weltraum geschossen werden, wie die amtliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA am Freitag meldete. Der Start ist zur Ehren des verstorbenen Führers Kim Il-sung gedacht, der in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre. Der Beobachtungssatellit "Kwangmyongsong-3" diene ausschließlich friedlichen Zwecken, hieß es aus Pjöngjang.

Das sieht Südkorea anders: "Wenn Nordkorea wie angekündigt einen 'Arbeitssatelliten' startet, wäre dies ein klarer Bruch der Resolution 1874 des UN-Sicherheitsrats, die jeglichen Einsatz ballistischer Raketentechnologie verbietet", erklärte das Außenministerium in Seoul umgehend. Der Start würde als Provokation gewertet, der den Frieden und die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel und in der ganzen Region bedrohten, hieß es weiter.

2009 hatte Pjöngjang angegeben, einen Satelliten ins All befördert zu haben, andere Staaten gingen von einem reinen Langstreckenraketentest aus und reagierten besorgt angesichts des Atomprogramms des Landes. Erst Ende Februar hatte Nordkorea im Streit um sein Atomprogramm eingelenkt und ein Atommoratorium erklärt. Die Einigung könnte den Weg zur Wiederaufnahme der internationalen Gespräche über Nordkoreas Atomprogramm ebnen. Pjöngjang hatte die Verhandlungen im April 2009 abgebrochen und anschließend zum zweiten Mal eine Atombombe getestet. (APA/derStandard.at, 16.3.2012)

Raum

mehr