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Kartellgericht genehmigt Fusion der Regionalmagazine von Moser und Styria

16. März 2012, 18:15

"Tirolerin" darf mit "Steirer Monat": Wettbewerbsbehörde hatte Bedenken, beeinsprucht Entscheidung aber nicht

Das zuständige Kartellgericht hat dem Zusammenschluss der Regionalmagazine von Styria Media Group und Moser Holding zugestimmt. Der zweit- und der drittgrößte Verlagskonzern des Landes können damit "Tirolerin", "Salzburgerin", „Oberösterreicherin" mit „Steirer Monat" und "Kärntner Monat" vereinen. An dem gemeinsamen Verlag hält die Innsbrucker Moser Holding künftig 74,9 Prozent. Die Wettbewerbsbehörde hatte die Causa wegen Bedenken gegen die Fusion vor das Kartellgericht gebracht. Nach STANDARD-Infos hat sie die nun erfolgte Entscheidung aber nicht beeinsprucht.

Bedenken äußerte die Wettbewerbsbehörde BWB insbesondere wegen der "sehr starken Marktstellung" der beiden Verlagshäuser in ihren regionalen Anzeigenmärkten. Das Kartellgericht aber definierte die relevanten Märkte anders: in einen regionalen Anzeigenmarkt in Tages- und Wochenzeitungen sowie in einen in regionalen Magazinen. In diesen regionalen Magazinmärkten hätten Styria und Moser alleine in Tirol eine marktbeherrschende Stellung. Es sei nicht zu erwarten, dass der Zusammenschluss die Stellung dort verstärkt. In den übrigen Bundesländern - Steiermark, Kärnten, Salzburg und Oberösterreich - sieht das Kartellgericht keine Anhaltspunkte, dass der Zusammenschluss dort zu einer marktbeherrschenden Stellung führen könnte.

Auch der Frage der Medienvielfalt, relevant für einen Zusammenschluss in dieser Branche, widmete sich das Kartellgericht: Nicht auf jede Mediengattung - also etwa politische Nachrichtenmagazine, Fernsehbeilagen oder juristische Fachzeitschriften - sei derselbe Prüfungsmaßstab anzuwenden. Die Wettbewerbsbehörde hatte mit möglicher inhaltlicher Gleichschaltung der Magazine argumentiert. Die kann nach Ansicht des Gerichts kein Verbot der Fusion rechtfertigen, schließlich hätten solche Frauen- und Lifestylemagazine keinen maßgeblichen Einfluss auf die Meinungsbildung.

Das Gericht sah auch keine Gefahr, dass andere Medienunternehmen durch die Fusion aus dem Markt gedrängt werden. (fid, DER STANDARD, 17./18.3.2012, online ergänzt)

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