Ex-Geheimdienstchef möglicher Kandidat bei Präsidentschaftswahl

26. März 2012, 20:39
Suleiman war Säule der ägyptischen Regierung unter Mubarak

Kairo - Ägyptens ehemaliger Geheimdienstchef Omar Suleiman wird als Kandidat bei der für Ende Mai vorgesehenen Präsidentschaftswahl gehandelt. Die Regierungszeitung "Al-Ahram" schrieb am Montag, Suleiman rücke dem Wahlkampf näher. Seine Anhänger wollten zu seinem Haus marschieren, um ihn zu einer offiziellen Bewerbung zu bewegen. Eine andere Regierungszeitung, Al-Akhbar, zitierte den 77-jährigen Suleiman mit den Worten "Den Ruf des Volkes kann ich nicht ablehnen".

Suleiman gehörte zu den Pfeilern der Regierung des früheren ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak. Als dieser im Februar vergangenen Jahres unter dem Druck von Massenprotesten zurücktrat, gab Suleiman dies bekannt. Mubarak hatte ihn wenige Tage vor seinem Rücktritt zum Vizepräsidenten ernannt.

Kandidaturen für die Präsidentschaftwahl können bis zum 8. April eingereicht werden. Die erste Runde der Wahl ist für den 23. und 24. Mai vorgesehen. Die das Abgeordnetenhaus beherrschenden Muslimbrüder wollen möglicherweise einen eigenen Bewerber aufstellen, nachdem sie bisher von einer islamistischen Bündniskandidatur gesprochen hatten.

Eine Milliarde Dattelpalmen

Auch der in Wien lebende ägyptische Geschäftsmann Hussein Barakat will bei den Präsidentschaftswahlen antreten. Sein Programm: Entlang der gesamten ägyptischen Grenze sollen insgesamt eine Milliarde Dattelpalmen gepflanzt werden.

Der seit Mubaraks Sturz regierende Militärrat hat angekündigt, die Macht nach der Präsidentschaftswahl an eine Zivilregierung abzugeben. In den vergangenen Monaten machte sich jedoch der Eindruck breit, dass das Militär den Einfluss auf die Regierungsgeschäfte nicht abgeben will. Dies führt zu Spannungen mit der Muslimbruderschaft. Diese wiederum befindet sich im offenen Streit mit liberalen und linksgerichteten Parteien wegen der Zusammensetzung eines Parlamentsausschusses zur Ausarbeitung der künftigen Verfassung. Dort haben Islamisten eine breite Mehrheit. (APA, 26.3.2012)

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