Direktor der renommierten Pariser Uni Sciences Po tot

4. April 2012, 06:42
New Yorker Polizei leitet Ermittlungen zu Todesumständen von Richard Descoings ein

Paris - Der Direktor der renommierten Pariser Universität Sciences Po, Richard Descoings, ist tot. Der Leiter des Institut d'Etudes Politiques (IEP) sei am Dienstag in New York gestorben, teilten sein Stellvertreter Hervé Crés sowie das Institut und die dazugehörige Nationale Stiftung der Politikwissenschaften (FNSP) in Paris mit. Das IEP und die FNSP äußerten sich "zutiefst traurig" über den plötzlichen Tod des 53-Jährigen.

Zu den Todesumständen wurde aus Frankreich zunächst nichts bekannt. Die New Yorker Polizei leitete allerdings Ermittlungen ein. Demnach wurde Descoings am Nachmittag (Ortszeit) unbekleidet auf dem Bett seines New Yorker Hotelzimmers von einem Angestellten gefunden. Das Zimmer sei in einem chaotischen Zustand gewesen und es werde "nichts ausgeschlossen", sagte ein Polizist. Demnach wird unter anderem geprüft, ob sich zu bestimmten Zeitpunkten weitere Menschen in dem Hotelzimmer aufhielten.

"Unersetzbarer Verlust"

Descoings hielt sich auf Einladung der UNO in New York auf und sollte dort an einer Konferenz von Universitätsdirektoren aus aller Welt teilnehmen. "Für alle, die an der Sciences Po lehren, arbeiten und studieren ist der Tod von Richard Descoings ein unersetzbarer Verlust", teilten das IEP und die FNSP mit.

Präsident Nicolas Sarkozy würdigte Descoings als "großen Staatsdiener" und lobte seine "außerordentliche Karriere". Descoings habe an der Spitze von Sciences Po dem Institut zu Anerkennung in der Welt verholfen, teilte der Elysée-Palast mit. Auch Außenminister Alain Juppé und Hochschulminister Laurent Wauquiez äußerten sich bestürzt und lobten die Verdienste Descoings.

Descoings stand seit 16 Jahren an der Spitze der Eliteuni IEP und leitete in dieser Zeit eine Reihe von Reformen ein. So öffnete er das Politikinstitut für Studenten aus ärmeren Familien und für Ausländer und ermöglichte durch Stipendien geringere Studiengebühren. Bei den Studenten war er äußerst beliebt. (APA, 4.4.2012)

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