NATO blockiert Schleichwege an Grenze zu Serbien

4. April 2012, 14:04
Serbischer Bürgermeister: Schließung unannehmbar - Protest angekündigt

Pristina - Die von der NATO geführte internationale Schutztruppe KFOR greift nach Monaten des Katz-und-Maus-Spiels mit den Serben im Kosovo durch. Sie schließt die grüne Grenze zwischen Kosovo und Serbien. Ein entsprechender Befehl sei vom zuständigen NATO-Kommando in Neapel eingetroffen, bestätigte die Truppe am Mittwoch in Pristina. Es handle sich vor allem um die Behelfsstraßen rund um die beiden Grenzübergänge Brnjak und Jarinje in Nordkosovo.

Allerdings gebe es noch keinen Termin für die Schließung dieser "alternativen Straßen", auf denen die Serben die beiden Grenzpunkte umfahren, hieß es weiter. Die Serben im Nordkosovo wollen nicht hinnehmen, dass Zöllner und Grenzpolizisten der albanisch kontrollierten Kosovo-Regierung an den beiden seit langem umkämpften Grenzübergängen vertreten sind. Daher meiden sie beide Kontrollstellen. Sie sind der Meinung, der Kosovo gehöre nach wie vor zu Serbien. 2008 wurde die ehemalige serbische Provinz unabhängig.

Serbischer Bürgermeister: Schließung unannehmbar

"Die Schließung der alternativen Wege ist für die serbische Bevölkerung unannehmbar", zitierten die lokalen Medien am Mittwoch den Bürgermeister der serbischen Gemeinde Zubin Potok, Slavisa Ristic. Seine Landsleute würden das mit Protesten und Barrikaden verhindern, kündigte er an. Im letzten Sommer hatten die Serben zahlreiche Straßensperren errichtet, um vor allem die EU-Rechtsstaatsmission (EULEX) lahmzulegen. EULEX wird Parteinahme für die albanische Bevölkerungsmehrheit vorgeworfen.

Seit Monaten blockieren Serben im Nordkosovo jeden zweiten oder dritten Tag EULEX-Fahrzeuge, die an die Grenzübergänge Jarinje und Brnjak fahren wollen, die von ihnen kontrolliert werden. Als Gegenmaßnahme sperrt die KFOR dann jeweils für Stunden zwei wichtige Transitrouten, wodurch die Serben festgesetzt werden. Während die Serben im gesamten Kosovo nur noch weniger als zehn Prozent der Bevölkerung stellen, machen sie im Norden die Mehrheit aus. (APA, 4.4.2012)

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