Überleben unter dem Eis von Jupitermond Europa

Ansichtssache
9. April 2012, 22:08
Älteste menschliche Spuren auf Borneo
Der riesige Eingang zu den Niah-Höhlen im Niah National Park im malaysischen Bundesstaat Sarawak auf Borneo. Aktuelle archäologische Ausgrabungen bestätigten länger zurückliegende Hinweise darauf, dass bereit vor über 40.000 Jahren Vertreter von Homo sapiens über mehrere Tausend Jahre hinweg in den Niah-Höhlen gelebt haben.
Unter Europas Eis überleben I
Auf einer Liste von Himmelskörpern in unserem Sonnensystem, die außerirdisches Leben beherbergen könnten, steht der Jupitermond Europa ganz oben. Der Mond mit einem Durchmesser von 3.121 Kilometern ist von stark zerfurchtem Eis bedeckt, unter dem sich - so die Annahme der Planetologen - ein bis zu 100 Kilometer tiefer Wasserozean befinden könnte. Die starken Gezeitenkräfte des Jupiter kneten Europa regelrecht durch, dabei entsteht Wärme, die das Eis zum Schmelzen bringt. Hier, tief unter dem Eis, könnten Bedingungen existieren, die Leben ermöglichen.
Unter Europas Eis überleben II
Einige der Organismen könnten sogar durch Spalten bis an die 
Oberfläche vordringen, wo sie von Raumsonden von der Erde theoretisch 
wahrnehmbar wären - wenn da nicht der lebensfeindliche Einfluss des 
Jupiter wäre: Der Gasriese bombardiert Europa und die übrigen Monde 
unter anderem mit einem endlosen Regen an hochenergetischen Elektronen. 
Die Strahlung würde jegliches Leben an der Oberfläche und auch einige 
Stockwerke tiefer zerstören. Wie tief man gehen müsste, um auf Europa 
Konditionen vorzufinden, unter denen Organismen überleben würden, haben 
nun US-Wissenschafter mit einer Reihe von Experimenten
 herausgefunden. Ihr Ergebnis lautet: 60 bis 80 Zentimeter. Die 
Resultate sollten bei der Planung möglicher zukünftiger Europa-Missionen
 eine wichtige Rolle spielen.
Größte Teleskopanlage der Erde
Der künftige Standort der größten Teleskopanlage der Welt SKA ("Square Kilometre Array") bleibt weiterhin unklar. Bei einer Tagung der zuständigen SKA-Gremien in Amsterdam in der vergangenen Woche ist noch kein Beschluss gefallen. Eine Arbeitsgruppe soll weiterhin tagen und die Optionen prüfen. Eine Entscheidung werde nicht vor Mitte Mai bekanntgegeben. Bei den beiden übrig gebliebenen Bewerbern Südafrika und Australien steigt die Nervosität und die Diskussion wird mehr und mehr politisch. Australische Medien hatten berichtetet, dass das Land verstärkt in den entscheidenden Ländern China, Großbritannien, Italien, Kanada und den Niederlanden für sich geworben habe. In Südafrika beklagt man, Australien wolle mit den "klassischen Vorurteilen über Afrika" punkten. 
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Museumsstück "Endeavour"
Ein Blick ins Cockpit des Space Shuttles "Endeavour" während einer Presseführung am 6. April im Kennedy Space Center in Cape Canaveral, Florida. Nach den letzten Maßnahmen zur Umwandlung der Raumfähre in ein Museumsstück - unter anderem werden noch die Haupttriebwerke gegen Kopien ersetzt - landet die "Endeavour" im Laufe der kommenden Monate schließlich im California Science Center in Los Angeles.
Besucherandrang 
Die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau hat wegen des 
Besucherandrangs den Zugang für Einzelbesucher begrenzt. Bis Ende Oktober müssen 
sich Individualreisende bei einem Besuch des sogenannten Stammlagers Auschwitz I in der Zeit von zehn bis 15 Uhr geführten 
Gruppen anschließen, teilte das Museum auf seiner Webseite mit. Das einstige 
Vernichtungslager Birkenau könne dagegen auch weiterhin einzeln besucht werden. Polnische Medien hatten in den vergangenen Wochen berichtet, dass die 
Gedenkstätte mit dem Besucherandrang zunehmend überfordert sei. Im vergangenen 
Jahr hatten 1,4 Millionen Menschen das ehemalige deutsche Konzentrationslager 
besichtigt. Das einstige Todeslager, in dem während des Zweiten Weltkrieges mehr 
als 1,1 Millionen Juden aus ganz Europa sowie Tausende Roma und Sinti, 
politische Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene ermordet wurden, ist seit 
1947 ein Museum.
Internetkrieg um Wolfsjagd
Vor weniger als einem Jahr wurde in den US-Bundesstaaten Idaho und Montana der nationale Schutz von Wölfen aufgehoben und die Jagd auf die Raubtiere unter bestimmten Umständen erlaubt. Seither wurden in Idaho von zuvor 1.000 Tieren 600 erschossen oder in Fallen getötet; in Montana starben etwa 260 Wölfe, was einem Drittel der ursprünglichen Population entspricht. Mittlerweile entbrannte im Internet ein regelrechter Krieg zwischen Befürwortern und Gegnern der Wolfsjagd - ausgelöst vor allem von Facebook-Postings, die Bilder von in Drahtschlingen erwürgten Tieren zeigten. Angeheizt wird die Debatte von Beifallsbekundungen wie etwa "Sehr nett! Hör jetzt nicht auf, du fängst gerade erst an!" Eine bedrohliche Wendung nahm die Auseinandersetzung in der vergangenen Woche, als ein anonymer Absender Tierschutzaktivisten wissen ließ: "Ihr seit das nächste Ziel!"
Waffenschau
Unter dem etwas euphemistischen Titel "International Land and Naval Defence Systems" - kurz Defence Expo 2012 - zeigte am vergangenen Wochenende in Neu-Delhi, Indien, die größte derartige Messe in Asien modernste Waffen und Kriegsgeräte aus aller Welt. Unter den Austellungsstücken konnten die Besucher auch diese im Auftrag des indischen Verteidigungsministeriums entwickelte Roboterschlange und den sechsbeinigen Aufklärungsroboter Hexapod bestaunen.
Hornottern-Fänger unterwegs
Die in Kärnten und der Südsteiermark heimische Europäische Hornotter (Vipera ammodytes) ist vom Aussterben bedroht und steht unter Naturschutz - was Schlangenfänger nicht davon abhält, ihr nachzustellen. Die Kriminellen nutzen derzeit das Aufwachen der Tiere aus dem Winterschlaf. Die Schlangen sammeln sich in Gruppen vor ihren Winterquartieren - etwa in der Schütt am Fuße des Dobratsch bei Villach - und sind dann leichte Beute. Am Schwarzmarkt kosten die Tiere bis zu 10.000 Euro. Das komplette Verbreitungsgebiet des Tieres, abgesehen von Südösterreich, umfasst Oberitalien, das Tessin und den Balkan über Kleinasien bis ins Kaukasus-Gebiet. Auf dem griechischen Festland ist das Tier flächendeckend vorzufinden.
Seltener Schädel eines Riesen
Paläontologen präsentierten vergangenen Woche im spanischen Teruel den im Jahr 2005 entdeckten fossilen Schädel der größten bislang in Europa entdeckten Dinosaurierart. Turiasaurus riodevensis zählte zu den sauropoden Dinosauriern, lebte vor 145 Millionen Jahren und maß mehr als 30 Meter Körperlänge. Funde wie dieser sind außergewöhnlich selten, denn die Schädelknochen von Turiasaurus sind besonders fragil.
Charlie-Chaplin-Versteigerung
Hut und Spazierstock der Hollywood-Legende Charlie Chaplin sind für zusammen 100.000 Dollar (75.081 Euro) unter den Hammer gekommen. Die Accessoires des Stummfilm-Komikers erzielten bei einer Versteigerung am vergangenen Sonntag in Beverly Hills deutlich mehr als den Schätzpreis. Der Stock aus Bambusholz wechselte dabei für 42.000 Dollar den Besitzer, der Melonenhut (im Bild) des britischen Schauspielers brachte sogar 58.000 Dollar.
Die Suche geht weiter
Das Weltraumteleskop "Kepler" kann seine Suche nach einer "zweiten Erde" noch jahrelang fortsetzen. Die Mission der Sonde sei bis September 2016 verlängert worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA am vergangenen Donnerstag auf ihrer Internetseite mit. Sie begründete ihre Entscheidung mit der Erfolgsgeschichte des seit 2009 in der Erdumlaufbahn kreisenden Teleskops, das unter anderem nach erdähnlichen Planeten sucht. Zuletzt hat die NASA im Jänner die Entdeckung von elf neuen Planetensystemen bestehend aus insgesamt 26 Planeten in verschiedenen Größen bekannt gegeben. Die Illustration zeigt Kepler 35b, ein etwa Saturn-großer Planet, der um zwei sonnenähnliche Sterne kreist.
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Terrakottakrieger in den Niederlanden
Ein Museumsmitarbeiter entledigt einen Terrakottakrieger aus China seiner Verpackung. Seit 6. April zeigt das Niederländische Volkskundemuseum in Leiden neben diesem Prunkstück zahlreiche archäologische Funde aus dem Mausoleum des ersten Kaisers von China Qín Shihuángdì. Die 1974 entdeckte Begräbnisstätte zählt zu den größten Grabanlagen der Welt und wurde im Jahre 210 vor unserer Zeitrechnung errichtet. Die berühmte Terrakottaarmee besteht aus insgesamt 7.278 lebensgroßen Soldaten und stellt eine vollständige Armee der damaligen Zeit dar.
Nachtflug
Als eines der ISS-Crewmitglieder der Expedition 30 am 28. März dieses Nordlicht-Foto schoss, befand sich die Internationale Raumstation gerade 386 Kilometer über dem nordöstlichen Atlantik. Während gegen Norden hin die Aurora in grün- und lilatönen schimmert, tritt links in Vordergrund Irland und dahinter Großbritannien mit Millionen künstlichen Lichtquellen aus der Dunkelheit hervor.
Geschmuggelte Sargdeckel
Die israelische Behörde für den Schutz von Altertümern hat zwei mehrere tausend Jahre alte Sargdeckel aus Ägypten beschlagnahmt. Die reich verzierten Deckel von unschätzbarem Wert seien in einem Geschäft in der Altstadt von Jerusalem gefunden worden, teilte die Behörde mit. Eine Radio-Carbonmessung habe bestätigt, dass einer der Holzdeckel aus dem 10. bis 8. Jahrhundert vor Christi Geburt stamme. Der andere sei sogar noch älter und zwischen dem 16. und 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung angefertigt worden. Ägypten habe bereits die Rückgabe beantragt. Vermutlich sind die Sargdeckel aus Gräbern in den Wüsten in Westägypten gestohlen worden. Von dort seien sie nach Dubai geschmuggelt und über ein europäisches Land dann schließlich in Israel gelandet. Für die Vermutung, dass sie geschmuggelt wurden, spreche schon die Tatsache, dass sie jeweils in zwei gleich große Teile zersägt wurden, um in normale Koffer zu passen. Dadurch sei irreparabler Schaden entstanden.
Entkommen und geschnappt
Der Zoo Schmiding in Krenglbach bei Wels hat seinen "Sekretär" wieder. Der vergangene Woche entkommene Greifvogel konnte Freitagabend nur wenige Kilometer vom Tiergarten entfernt eingefangen werden. Nun ist er zurück bei seinen drei Artgenossen. Der aus Afrika stammende Sekretär unterscheidet sich durch seine ungewöhnlich langen Beine deutlich vom üblichen Bild eines Greifvogels und erinnert eher an einen Kranich. Er ernährt sich von Schlangen, Amphibien, Echsen, Mäusen und Insekten. Typisch für das Tier sind sein schwarz-graues Gefieder, seine langen schwarzen Federn am Kopf und die orange Haut im Augenbereich. Die Flügelspannweite des Vogels beträgt zwei Meter.
Schlaue Paviane und Javaneraffen
Paviane und Javaneraffen sind in vielen Bereichen genauso schlau wie Menschenaffen und Kleinkinder. Einer aktuellen Studie zufolge haben sie ein genauso gutes räumliches Vorstellungsvermögen und können ebenso gut Mengen schätzen sowie Kausalzusammenhänge begreifen. Die Intelligenz der Affen hängt offenbar nicht in erster Linie von der Verwandtschaft mit dem Menschen, sondern von der Umweltanpassung ab, sagte die Erstautorin der Göttinger Studie, Vanessa Schmitt. Die Größe des Gehirns ist demnach für die Entwicklung der Denkfähigkeit nicht so entscheidend wie bisher angenommen. 
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Delfinsterben
Zwei Jahre nach der Explosion der Ölbohrplattform "Deepwater Horizon" und der darauf folgenden schweren Ölpest im Golf von Mexiko hält das Delfinsterben vor der Südküste der USA an. Einer Studie der US-Umwelt- und Wetterbehörde NOAA zufolge wurden heuer allein bis Ende März 2012 in den Küstengewässern von Florida bis Louisiana 84 tote Wale und Delfine registriert. Zum Vergleich: Vor der Ölkatastrophe im April 2010 starben in der Region im Jahresdurchschnitt 74 Tiere.
Raubsaurier mit Flaumfedern
Dass einige Saurier gefiedert waren, wissen Paläontologen seit gut zehn Jahren. Bis jetzt ging man allerdings davon aus, dass diese Arten vergleichsweise klein waren. Nun wurde ein neuer Fund in China im Fachblatt Nature vorgestellt, der zeigt, dass auch Dinosaurier von ganz anderen Dimensionen Federn trugen: Yutyrannus huali war ein entfernter Vorfahre von Tyrannosaurus rex und maß vermutlich von Kopf bis zur Schwanzspitze neun Meter. Die Forscher entdeckten, dass sein Körper von etwa 15 Zentimeter langen, fadenartigen Flaumfedern bedeckt war, die das Tier vermutlich warmhalten sollten.
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Zoowelt I
Der Australische "Osterhase" hat nur entfernt Ähnlichkeit seinem Kollegen in Europa und Nordamerika. Tatsächlich ist das Bilby - auch Kaninchennasenbeutler (Macrotis lagotis) genannt - ein Beuteltier. Das ohne Schwanz bis zu einem halben Meter lange Tier war bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts über den ganzen Kontinent verbreitet. Mittlerweile ist das Bilby nur noch in abgelegnen, dünn besiedelten Landstrichen zu finden. Biologen schätzen, dass der natürliche Bestand auf weniger als 10.000 ausgewachsene Exemplare zusammengeschrumpft ist. Das hier österlich eingefärbte Bilby im Wild Life Park in Sydney soll die öffentliche Aufmerksamkeit auf die prekäre Lage der Kaninchennasenbeutler lenken.
Zoowelt II
Findling Rüdiger schläft in den Händen der Tierpflegerin Kristina  im Allwetterzoo in Münster im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Das derzeit nur 70 Gramm leichte Wildkaninchen-Junge wurde gemeinsam mit Geschwisterchen Kaline durch Zufall im  Misthaufen des Zoos entdeckt. Nachdem vom Muttertier weit und breit keine Spur zu finden war, wechseln sich nun drei menschliche "Ersatzmütter" beim Hochpäppeln ab.