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Otto Konrads Erpresser verurteilt

5. April 2012, 13:32

33-jähriger Ex-Grödig-Jugend­betreuer verlangte von ÖFB-Tor­mann-Trainer vierstelligen Euro-Betrag

Einen dubiosen Fall hatte das Salzburger Landesgericht am Donnerstag zu lösen. Auf der Anklagebank saß ein ehemaliger Jugendbetreuer des SV Grödig, der den ehemaligen Torwarttrainer des Salzburger Erstligisten, Otto Konrad, erpressen wollte. Der 33-jährige Angeklage sendete drei E-Mails an den nunmehrigen ÖFB-Tormanntrainer und forderte 8.000 Euro. Ansonsten würde er gegenüber Zeitungen und dem Fußballverband auspacken und berichten, dass Konrad früher Kokain genommen habe.

Ominöse Mails

Der Ex-Keeper der Salzburger Austria informierte die Polizei und übermittelte die ominösen Mails an die Behörden. Gleiches machte auch Christian Haas, der Manager des SV Grödig, der ebenfalls solche Mitteilungen von dem Angeklagten bekommen hatte. Der ehemalige Jugendbetreuer, der nach einigen Monaten abgelöst wurde, lernte Konrad allerdings nie kennen, weil die Mannschaften an unterschiedlichen Orten trainierten.

Der Prozess gestaltete sich skurril. Der Angeklagte berichtete von dubiosen Unbekannten, die ihn angeblich bedroht hätten und Kokain von ihm wollten. Des weiteren sollen ihm während der Zeit beim SV Grödig ein Notebook, ein Telefon und auch noch andere Gegenstände im Gesamtwert von 8.000 Euro in der Umkleidekabine gestohlen worden sein. Otto Konrad habe mit den Diebstählen aber nichts zu tun, beteuerte er. Das Gericht nahm an, dass er den Bekanntheitsgrad von Konrad habe ausnutzen wollen. 

15 Monaten Haft auf Bewährung

Die Richterin verurteilte den 33-Jährigen zu 15 Monaten Haft auf Bewährung. Das Urteil ist rechtskräftig. Die Bewährungsstrafe begründete die Vorsitzende als "Androhung, um Sie vor weiteren Straftaten abzuhalten". Für das Delikt der schweren Erpressung ist ein Strafrahmen von einem Jahr bis zu zehn Jahren festgelegt.

"Zuerst habe ich gelaubt, das ist ein Schmäh, ein Witz", sagte der als Zeuge geladene Ex-ÖFB-Teamkeeper Konrad zu der Vorsitzenden des Schöffensenates, Sabine Berger. "Auf das erste von insgesamt drei Mails habe ich noch zurückgeschrieben, weil ich den Sinn nicht verstanden habe - soll das Erpressung oder Spaß sein?"

Konrad: "Habe ein reines Gewissen"

"Wir wussten nicht, wer dahinter steckt, ob es gefährlich ist", erklärte Konrad. Seine Familie sei sehr besorgt gewesen. Die Anschuldigungen des Mannes seien an den Haaren herbeigezogen, skurril, nicht nachvollziehbar und ein Schwachsinn, stellte Konrad klar und ergänzte: "Ich habe ein reines Gewissen."

Offenbar waren die Mails auch eine Retourkutsche des Angeklagten dafür, dass er vom Verein nach siebenmonatiger Tätigkeit entlassen worden war. "Wir waren mit seiner Arbeit nicht zufrieden", gab der zuständige Sektionsleiter zu Protokoll. Der Beschuldigte - er ist Akademiker und siebenmal wegen Diebstahls vorbestraft - gestand, dass er die Mails am 20. und 21. April an Konrad und auch zahlreiche Mails an den Sektionsleiter geschickt hatte. (red/APA, 5.4.2012)

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