Börsen im Minus, Zinsaufschläge steigen

5. April 2012, 19:14
Nach Wochen der Ruhe bekommen einige Länder die Eurokrise wieder zu spüren

Wien - Die Zinsaufschläge für spanische und italienische Staatsanleihen stiegen am Donnerstag. Die Renditen für spanische Anleihen lagen bei 5,8 Prozent nach 5,718 Prozent am Vortag. Auch der Euro geriet unter Verkaufsdruck und sank gegenüber dem US-Dollar auf ein Drei-Wochen-Tief. Viele Investoren flohen in den Schweizer Franken. Kurzfristig kostete ein Euro am Donnerstag weniger als 1,20 Franken, wodurch erstmals die im September festgelegte Kursuntergrenze zwischen Franken und Euro durchbrochen wurde.

Vorsichtige Anleger

Die europäischen Aktienmärkte haben am Donnerstag uneinheitlich tendiert (siehe auch die Marktberichte). Händler brachten die Verluste an einigen Märkten mit der Vorsicht der Anleger vor dem Osterwochenende in Zusammenhang. Besonders vor dem US-Arbeitsmarktbericht am Karfreitag hielten sich die Anleger zurück, hieß es. Die bereits veröffentlichten Zahlen zu den Anträgen auf Arbeitslosenhilfe fielen allerdings gut aus. In der zurückliegenden Woche stellten so wenige Amerikaner einen neuen Antrag wie seit rund vier Jahren nicht mehr. Die Zahl sank um 6000 auf 357.000, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit.

Deutschland enttäuschte mit einem Rückgang der Industrieproduktion im Februar um 1,3 Prozent. Experten hatten nur mit 0,5 Prozent gerechnet. Wenige Neuigkeiten kamen von Unternehmensseite. Easyjet meldete eine Passagierzuwachs im März. Analysten von HSBC und Goldman Sachs erhöhten zudem ihr Kursziel für den Billigflieger. Im Euro-Stoxx-50 rutschten vor allem Bankenwerte tief ins Minus. UniCredit gaben ebenso nach wie BNP Paribas und Société Générale. Am unteren Ende waren nach wie vor auch Daimler.

Auch im Wiener ATX präsentierten sich die Finanzwerte in schwacher Verfassung. Raiffeisen International, die bereits in den zwei Tagen davor nachgaben, mussten neuerlich Abschläge hinnehmen. (DER STANDARD; 6.4.2012)

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