Steuersünder erlaubten leichtes Leben

8. April 2012, 15:41
Man könne "Steueroasen" nicht trockenlegen, ohne "Steuerwüsten" zu begrünen findet Alois von Liechtenstein

Vaduz - Laut Erbprinz Alois von Liechtenstein sind viele Länder mit großer Steuerflucht an der Steuerproblematik mitschuldig. "Solange es Steuerwüsten gibt, wird es immer Steueroasen geben", sagte der Erbprinz im Interview mit der "SonntagsZeitung". Um das Problem zu lösen, müssten diese Länder ihr Steuersystem stark vereinfachen und die Steuern senken. Dann wären dort die Bürger ehrlicher.

Solche Steuerwüsten gebe es sehr viele, erklärte Erbprinz Alois. In diesen sei das Steuersystem so intransparent, dass die Steuerlast primär bei den kleinen Bürgern bleibe. Es profitierten jene, die sich mit einem Steuerberater durch den Paragrafendschungel navigieren lassen könnten. Welche Länder er konkret meine, wollte Erbprinz Alois nicht sagen.

Leichtes Leben ist vorbei

Dass viele Kunden Steuern hinterzogen hätten, habe den Liechtensteinischen Banken sicherlich ein leichtes Leben erlaubt. "Diese Zeit ist aber vorbei", betonte der Erbprinz. Es ergebe keinen Sinn, etwas zu verteidigen, dass man unter dem Druck der EU oder der OECD nicht halten könne.

Liechtenstein führe etwa mit Deutschland informelle Gespräche über Lösungen für alte unversteuerte Vermögen auf Konten im Fürstentum. Beide Länder wollten aber ein entsprechendes Abkommen zwischen der Schweiz und Deutschland abwarten und erst dann Verbindliches vereinbaren. Am Bankgeheimnis will Liechtenstein festhalten. (APA, 8.4.2012)

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