Libyen stoppt Zahlungen an ehemalige Aufständische

10. April 2012, 07:38
Geld sollte Kämpfer zur Waffenabgabe ermuntern

Tripolis - Wegen weit verbreiteten Betrugs hat die libysche Übergangsregierung ihre Zahlungen an ehemalige Kämpfer gegen die Armee von Muammar al-Gaddafi vorerst gestoppt. Millionen Dollar seien verloren gegangen, weil das Geld an Betrüger gezahlt worden sei, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur LANA am Montag einen Sprecher des Nationalen Übergangsrats. Die Zahlungen würden erst wieder aufgenommen, wenn sichergestellt sei, dass die Empfänger dazu auch berechtigt seien.

Die Interimsregierung hatte bisher allen Zivilisten, die sich am Kampf gegen Gaddafis Armee beteiligt hatten, umgerechnet bis zu 2.450 Euro in bar ausbezahlt. Nach Angaben des Sprechers sollte das Geld die ehemaligen Aufständischen dazu bringen, ihre kurze Karriere als Rebellen zu beenden und ihre Waffen abzugeben. Bei Milizionären, die leer ausgingen, stieß diese Politik immer wieder auf heftigen Protest. Laut dem Sprecher werden alle widerrechtlichen Nutznießer des Bonus-Systems nun angezeigt. (APA, 10.4.2012)

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