Investoren schauen skeptisch auf Eurozone

10. April 2012, 13:22
Der Sentix-Index brach im April ein: Die Perspektiven der Wirtschaft werden düsterer eingeschätzt, die OECD sieht hingegen Anzeichen für Wachstum

Berlin - Investoren blicken überraschend skeptisch auf die Konjunktur in der Eurozone. Der Sentix-Index für die Konjunkturerwartungen privater und institutioneller Anleger brach im April nach drei Anstiegen in Folge ein und sackte auf minus 14,7 Punkten nach minus 8,2 Zählern im März.

Sowohl die Situation als auch die Perspektiven der Wirtschaft wurden düsterer als im Vormonat eingeschätzt. Die Lagewerte fielen sogar auf den tiefsten Stand des Jahres zurück. "Damit werden die Fragezeichen bezüglich der Konjunktur im Euroraum wieder erheblich größer", warnte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner am Dienstag.

Die meisten Ökonomen sagen den 17 Euroländern eine milde Rezession in diesem Jahr voraus. Während es bei den Schwergewichten Deutschland und Frankreich bergauf gehen sollte, dürften viele Sorgenkinder am Rand der Eurozone wegen der Schuldenkrise an der Schwelle der Rezession bleiben.

OECD sieht Anzeichen von Wachstum in Europa

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sieht indes in der Europäischen Union Anzeichen eines Wirtschaftswachstums. Insbesondere in Deutschland und Großbritannien gebe es "Zeichen einer positiven Entwicklung", teilte die OECD am Dienstag in ihrem Monatsbericht für Februar in Paris mit. In Frankreich und Italien sei die Konjunktur dagegen nach wie vor flau.

Außerhalb Europas sieht die OECD den stärksten Aufwärtstrend in den USA und Japan. Anhand der sogenannten Frühindikatoren sei aber auch in den BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China eine positivere Entwicklung zu beobachten als noch einen Monat zuvor. Die Frühindikatoren sollen frühzeitig eine konjunkturelle Trendumkehr signalisieren. (Reuters, 10.4.2012)

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