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DAC, die Nächste

12. September 2010, 13:48
Mag sein, dass wir Weintrinker "des Dak" vielleicht weniger brauchen als die Weinwirtschaft

Das Burgenland hat dieser Tage zwei neue DAC-Gebiete aus der Taufe gehoben. Eines davon ist genau genommen nicht brandneu: Eisenberg DAC bezieht sich auf "Eisenberger Weine", den Namen, unter dem das Südburgenland früher bekannt war. Das andere Gebiet ist insofern neu, als es nicht an agrarpolitisch gezogenen Gebietsgrenzen, sondern an einer klimatisch-geografischen Zusammengehörigkeit ausgerichtet ist: vom Leithagebirge bis ins Ruster Hügelland.

"Za wos brauch ma des Dak?", lautet die routinemäßige Frage einiger Besucher anlässlich der Präsentation. "Die Konsumenten werden verwirrt", wird als Kritik von Insidern und Trabanten der Weinbranche nachgeschoben. Alle Weinfans hätten doch gelernt, dass "Dak" ein Grüner Veltliner sei, und jetzt kommen die daher mit ihrem Eh-schonWissen ...

Klare Positionierung des Produkts

Mag sein, dass wir Weintrinker "des Dak" vielleicht weniger brauchen als die Weinwirtschaft, die im Sinne von Absatzmöglichkeiten und auffrischendem Gegenwind auf internationalen Märkten eine klare Positionierung ihres Produkts will. Daher wurde beschlossen, den Fokus auf die jeweilige Weinherkunft und den daraus resultierenden Stil zu legen.

Dem "Konsument verwirrt"-Einwand kann man wieder ganz einfach entgegentreten: Wein aus dem Kamptal schmeckt anders als jener aus dem Südburgenland, was, zugegeben, ein sehr plakatives Beispiel ist. Dann kommen die feineren Nuancen wie zwischen Weinviertel und Kremstal und Traisental, in denen überall Grüner Veltliner typisch ist, oder zwischen Leithaberg rot und Eisenberg, ebenfalls rot und beides Blaufränkisch, doch anders schmeckend. Im Grunde müsste man probieren und sich entscheiden, welchen Wein man mag. In einem weiteren Schritt denkt man nach, welcher Wein einem wann besser erscheint, ob vielleicht der Weinviertler zum Schnitzel oder ein Eisenberger zur Gans mehr hergibt. Und dann merkt man sich einfach den Gebietsnamen. Das kriegen wir doch locker hin. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/10/09/2010)

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