Schalbindeformen

19. Dezember 2010, 16:52
Warum Männerschals richtig gewickelt werden müssen, und wen man dabei im Auge behalten muss - Kolumne von Stephan Hilpold

Heute soll von Männerschals die Rede sein. Das wird wahrscheinlich nur jene überraschen, die aus Prinzip keine Schals tragen. Jene, die zu ihnen greifen, wissen dagegen, welches winterliche Reizthema ein Schal sein kann. Konkret geht es um die Frage, wie er gebunden werden soll. Sich unter den vielen Varianten zu entscheiden ist für jeden Mann eine delikate Angelegenheit, weshalb wir an dieser Stelle einige Hilfestellungen anbieten möchten:

Die derzeit beliebteste Schalbindeform ist die sogenannte Heinz-Christian-Strache-Methode: Man legt hierfür den Schal übereinander, wirft ihn sich um den Hals und zieht beide Enden durch die Öffnung. Menschen, die im Sommer gerne ihre Polokrägen aufstellen oder sich Pullover überwerfen, ziehen den Schal im Winter nur locker fest. Das suggeriert Abstammung von blauem Geblüt.

Gerald-Matt-Methode

Eine andere, vor allem von Freigeistern sehr geschätzte Variante, ist die sogenannte Gerald-Matt-Methode. Sie ist denkbar einfach und besteht darin, dass man den Schal um den Hals legt und das eine Ende nach hinten wirft. Wichtig ist, dass dieser Akt mit großer Theatralik und am besten vor Publikum durchgeführt wird.

Männer, an deren Brust alles abprallt, wählen dagegen die sogenannte Fritz-Neugebauer-Methode. In diesem Fall legt man den Schal einfach um den Hals. Diese Methode wird von all jenen bevorzugt, die am liebsten die Seidentücher ihrer Frauen tragen würden, das aber nicht mit ihrer Männlichkeit vereinbaren können. (Stephan Hilpold/Der Standard/rondo/17/12/2010)