Mr. Big

10. Februar 2011, 17:03

Auf die Größe kommt es sehr wohl an, weiß Luzia Schrampf

Gereifte Rotwein-Klassiker à la Comondor von John Nittnaus, Paul Achs' Blaufränkisch Altenberg oder Kurt Feilers Cabernet Merlot schmecken aus Doppelmagnums (drei Liter) oder größer deutlich frischer als dieselben Weine der nämlichen Jahrgänge aus Normaloflaschen. Ein Grund ist, dass nur sorgfältig gemachte, lagerfähige Weine in derartige Gebinde gefüllt werden. Auch das Verhältnis von viel Flüssigkeit zu wenig Sauerstoff wird hinter dem Phänomen vermutet. Wissenschaftlich belegbar ist allerdings nichts davon.

Solche Flaschen öffnet man mit Freunden. Passend sind Großgebinde auch als Gabe zu Jubelfesten wie Kindsgeburten. Nicht selten spielt dabei der Hintergedanke eine Rolle, dass Mama und Papa davon abbekommen, bevor der Spross bei Volljährigkeit eine Jeroboam Edelbordeaux (sechs Flaschen) zu Cola-Rot verwandelt. Zu bedenken ist, dass man sich ab der Größe Methusalem (acht Flaschen), jedenfalls aber bei Balthazar (12) und Nebukadnezar (15) wenigstens einen breitschultrigen Gast zulegen sollte - zum Ausschenken. (Luzia Schrampf/Der Standard/rondo/11/02/2011)

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