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Mit Tobin Heath (li.) hatte US-Torfrau Ashlyn Harry doch noch etwas zu halten.

Foto: EPA/ANDRE PICHETTE

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Julie Johnston (re.) mit den Deutschen Annike Krahn und Melanie Leupolz im Schlepptau.

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Montreal – Die Fußballerinnen der USA haben Deutschland aus den WM-Träumen gerissen. Die DFB-Frauen unterlagen am Dienstagabend dem Olympiasieger verdient 0:2 (0:0) und müssen sich nun mit dem Spiel um Platz drei in Edmonton gegen Titelverteidiger Japan oder England begnügen.

Vor 51.176 frenetischen Zuschauern im Olympiastadion von Montreal schossen Carli Lloyd mit einem umstrittenen Elfmeter in der 69. Minute und die eingewechselte Kelley O'Hara (84.) die US-Frauen ins Finale. Zuvor hatte Celia Sasic (60.) einen Elfmeter am linken Pfosten vorbeigeschossen.

DFB-Trainerin Silvia Neid wechselte nach dem Viertelfinale gegen Frankreich wie erwartet nur auf einer Position. Für Babett Peter rückte Saskia Bartusiak nach Gelbsperre wieder neben Annike Krahn in die Innenverteidigung. US-Trainerin Jill Ellis brachte mit Megan Rapinoe (nach Gelbsperre) und Lauren Holiday für Amy Rodriguez und O'Hara zwei frische Kräfte.

Beherzter Schlagabtausch

Von Beginn an entwickelte sich zwischen dem Weltranglisten-Ersten Deutschland und dem Zweiten eine rasante, temporeiche Partie mit vielen Chancen. Die DFB-Elf startete wesentlich wacher und aggressiver als zuletzt gegen Frankreich. Ein Kopfball von Melanie Leupolz (3.) fiel auf das Tornetz.

Dann aber hatten die US-Girls ihre erste große Möglichkeit, und was für eine. Nach einer Ecke der erneut ganz starken Rapinoe konnte DFB-Torhüterin Nadine Angerer den Kopfball von Julie Johnston (7.) aus kurzer Distanz reaktionsschnell abwehren. Kurz darauf musste Angerer, die ihr Team schon gegen Frankreich mehrfach gerettet hatte, noch einmal ihr ganzes Können aufbieten. Als US-Star Alex Morgan allein auf sie zulief, war die 36-Jährige erneut mit einer Fußabwehr zur Stelle.

Nach einer knappen halben Stunde krachten Alexandra Popp und Morgan Brian mit den Köpfen zusammen. Die Wolfsburger Stürmerin erlitt eine Platzwunde, konnte aber ebenso nach einer längeren Behandlungspause weitermachen wie die zunächst benommen wirkende Amerikanerin. In der zweiten Hälfte spielte Popp dann mit einem dicken Kopfverband weiter.

Die deutsche Offensive tat sich sehr schwer, entwickelte zu wenig Ideen und verlor die Bälle zu schnell. Dagegen musste die Abwehr einige kritische Situationen gegen die mit viel Power anrennenden US-Spielerinnen überstehen. Vor allem die bereits verwarnte Leonie Maier hatte große Mühe, die immer wieder gefährlich über die linke Seite vorstoßende Rapinoe in den Griff zu bekommen.

Entscheidende Elfmeterszenen

Nach einer Stunde schien sich das Blatt zugunsten der achtmaligen Europameisters zu wenden. Als Johnston Popp im Strafraum umriss, entschied die rumänische Schiedsrichterin Teodora Albon auf Elfmeter für Deutschland. Doch der sonst so sicheren Sasic versagten diesmal die Nerven. Auf der Gegenseite machte es Lloyd neun Minuten später besser und ließ Angerer beim allerdings sehr umstrittenen Elfmeter keine Chance. Krahn hatte Alex Morgan an der Strafraumgrenze abgeblockt.

Die deutsche Mannschaft gab nicht auf, warf noch einmal alles in die Waagschale, doch klare und durchdachte Aktionen gab es selten. Am Ende fehlten Kraft und Konzentration, um das Spiel noch zu biegen. So nahm das US-Team erfolgreich Revanche für die 2003 in den USA erlittene Halbfinal-Niederlage gegen den späteren Weltmeister. (APA, 1.7.2015)