Mogadischu/Addis Abeba – Die islamistische Terrormiliz Al-Shabaab hat nach einem Angriff auf kenianische Friedenstruppen in Somalia von 100 getöteten Soldaten gesprochen. Die Friedensmission der Afrikanischen Union und Kenias Präsident Uhuru Kenyatta haben den Angriff auf den Stützpunkt im südwestlichen Ort El-Ade vom Freitag bestätigt, nannten aber keine Opferzahl.

"Wo sind unsere Soldaten?", lautete die Schlagzeile der kenianischen Zeitung "Standard" am Sonntag. Kenianische Behörden weigerten sich, zu den Opferzahlen Stellung zu nehmen. Auch die Berichterstattung war wegen jüngst verschärfter Sicherheitsgesetze eingeschränkt.

Al-Shabaab hatte am Freitag zunächst von 63 Toten gesprochen. Der stellvertretende Gouverneur der Provinz Gedo hatte die Opferzahl mit mindestens 40 angegeben. Telefonisch von der Deutschen Presse-Agentur erreichte Bewohner des Ortes El-Ade machten unterschiedliche Angaben. Muse Omar etwa gab an, rund 45 tote kenianische Soldaten gesehen zu haben. Der Bürger Nure Ali hingegen sprach von 85 Toten.

Mehr als hundert Kämpfer der sunnitischen Fundamentalisten waren einem örtlichen Beamten zufolge an dem Angriff beteiligt. Kenia und die Streitkräfte des Landes sind immer wieder Ziele von Al-Shabaab-Angriffen, da sich Kenia federführend an der Bekämpfung der Islamisten im Nachbarland beteiligt. (APA, 17.1.2016)