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Die Lieblings-Tech-Serien der Web-Redaktion

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11. November 2017, 09:48

Unsere Tipps für Binge-Watching-Marathons an langen Herbsttagen

Auf der Suche nach einer neuen Serie oder wieder einmal Lust einen Klassiker neu zu entdecken? Die RedakteurInnen des WebStandard liefern mit ihren Lieblings-Tech-Serien Inspiration zum Binge-Watching.

"Westworld" (Sky Go, Sky on Demand)

Wilder Westen und futuristische Technologien. Was in "Cowboys and Aliens" in die Hose gegangen ist, funktioniert bei "Westworld". Basierend auf dem gleichnamigen Film von Michael Crichton aus dem Jahr 1973, steht im Zentrum der Serie ein utopischer Vergnügungspark bevölkert von Androiden. Von der Jungfrau in Nöten, über die gesuchte Schurkenbande bis zur gewieften Bordell-Madame – zahlungskräftige Besucher können mit ihnen treiben, was sie wollen. Die Roboter lernen aber plötzlich, das gar nicht so gut zu finden und die Betreiber des Parks haben den Pallawatsch beieinander. Die Geschichte mäandert zwischen Wild-West-Action, an "Lost" erinnernde Mystery und philosophischen Grundsatzfragen hin und her. Darf man einem künstlichen Wesen, das programmiert wurde zu "fühlen", Schmerzen zufügen und welche Rechte haben intelligente Roboter? Mit Evan Rachel Wood, Thandie Newton, Ed Harris und Anthony Hopkins hervorragend besetzt, ist "Westworld" das neue "Game of Thrones".

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"Halt and Catch Fire" (Amazon Prime Video, AMC)

Eine Serie die es schafft, den Bogen von der Frühzeit der PC-Industrie über die ersten Bulletin-Board-Systeme, samt den zarten Anfängen des Online-Gamings, bis zum World Wide Web zu ziehen – dies sollte eigentlich in unserer gleichermaßen technik- und retroverliebten Zeit ein Garant für hohe Einschaltquoten sein. Ist es aber nicht, und so hat sich "Halt and Catch Fire" einen für die Produzenten wenig erklecklichen Ruf erarbeitet: Jenen der besten TV-Serie, die kaum jemand kennt. Dies aber durchaus zu unrecht: Die drei bisher veröffentlichten Staffeln bieten nämlich hervorragende TV-Unterhaltung – und zwar nicht nur für Nerds. Verantwortlich dafür zeichnet nicht zuletzt der tolle Cast, angeführt von Mackenzie Davis als Computergenie Cameron Howe, die ihrer Zeit meist weit voraus ist. Dass ihr direkter Gegenpart Joe McMillan eine formidable Aufarbeitung des in der IT-Branche so gerne betriebenen Messias-Kults a la Steve Jobs ist, verpasst der Serie noch zusätzliche Würze. Jede der bisherigen Staffeln umfasst zehn Folgen. Mit der 2017 veröffentlichten, vierten Staffel ist nun leider – unwiderruflich – Schluss.

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"Mr Robot" (Amazon Video, RTL Nitro)

Endlich eine Serie, die Hacken realistisch abbildet: Dieser Seufzer der Erleichterung war nach der Ausstrahlung der ersten Folgen des Cyberthrillers laut und deutlich zu hören. "Mr Robot" schafft es wie kaum eine zweite Serie zurzeit, die aktuelle Stimmung in der Cypherpunk-Bewegung einzufangen. Der Überraschungserfolg thematisiert die Vormachtstellung von IT- und Finanzkonzernen ebenso wie Sicherheitslücken und elektronische Überwachung. Nach jeder Episode wurde im Netz heftig debattiert, ob ein derartiger Hack derzeit tatsächlich möglich wäre. Aber auch abseits all des Cyberszenarios liefert "Mr Robot" Unterhaltung vom Feinsten. Rami Malek glänzt in der Rolle des sensiblen Hackers Elliott, der vermeintlich durch seinen Vater auf böse Pfade gelenkt wird – oder eben auch nicht. Wer sich auch nur ein bisschen für Hacken interessiert, kommt an "Mr Robot" keinesfalls vorbei.

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"Star Trek" (Netflix und andere Plattformen)

"Computer". Immer wenn der geneigte Sternenflotten-Offizier nach Informationen begehrt oder dem Schiff bequem Anweisungen erteilen möchte, ist diese Ansprache zu hören. Kirk, Picard, Janeway und Co. – sie alle verlassen sich in hohem Maße auf das elektronische, beinahe allwissende Gehirn ihres Flugobjekts. Bis zu dieser Ausbaustufe wird es in der Realität noch eine gute Weile dauern. Die Anfänge sind aber schon gemacht, wie uns Google Home und Amazon Echo zeigen. Nur ein Beispiel für die visionäre Kraft des "Star Trek"-Universums von Gene Roddenberry. Auch viele andere einst erträumte Technologien nähern sich der Realität an. Wissenschaftler tüfteln am Beamen und an Gesundheitsscannern, Gadgets wie der Kommunikator werden bereits in funktionstüchtiger Form nachgebaut. Das breite Angebot an unterschiedlichen Serien bietet in den Feiertagen außerdem etwas für jeden Geschmack, um sich vor dem Fernseher vom alljährlichen Keksinferno zu erholen. Netflix hat bis Ende 2016 alle Serienumsetzungen unter der Marke "Star Trek" im Programm und zeigt seit Mai "Star Trek: Discovery". Ansonsten laufen regelmäßig Wiederholungen verschiedener Serien auf diversen TV-Sendern.

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"Black Mirror" (Netflix und andere Plattformen)

Die technischen Errungenschaften dieser Zeit dringen immer tiefer in unser Leben ein. Wie wird sich die Gesellschaft dadurch verändern? Die britische Science-Fiction-Miniserie "Black Mirror" zeichnet ein recht düsteres Bild. In jeder Folge werden aktuelle technische und gesellschaftliche Entwicklungen behandelt und die möglichen Folgen aufgezeigt. Dabei schafft es die Serie zum Nachdenken anzuregen und löst selbst bei technikaffinen Zusehern kein Fremdschämen aus. Social Media, Künstliche Intelligenz, Krieg 2.0, Leben nach dem Tod und Virtual Reality sind nur eine Auswahl der Themen, die bei "Black Mirror" realitätsgetreu, humorvoll und vor allem kritisch abgehandelt werden. Dabei stellt man sich als Zuseher immer wieder die Frage, ob und wann die dystopischen Entwicklungen eintreten könnten oder ob sie dies bereits getan haben. "Black Mirror" setzt in jeder Folge auf eine neue Belegschaft, wobei britische Schauspieler überwiegen, die es noch nicht zu Weltruhm geschafft haben. Die Serie ist es trotzdem wert gebinged zu werden, mit der 2017 erschienenen dritten Staffel ist zudem für Nachschub gesorgt.

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"Battlestar Galactica" (Amazon und andere)

Die Menschheit erschafft Maschinen und schafft sich selbst ab: In der Sci-Fi-Serie "Battlestar Galactica" (2004 – 2009) beanspruchen Androiden (Cylons) die Vorherrschaft für sich. Ein vernichtender Krieg bricht aus, doch den Menschen droht von innen heraus noch eine viel größere Gefahr: Eines der letzten schlagkräftigen Raumschiffkommandos – die Crew der Battlestar Galactica – wurde von Cylons unterwandert. Weder die Besatzung selbst noch die Zuseher wissen, wem sie trauen können. Meiner Meinung nach vielleicht die beste Space-Opera seit "Star Trek", die die Spannung eines Krimis mit den großen soziologischen und kosmologischen Fragen vereint. Kernige Charaktere, harte Weltraumschlachten und Herzschlagwendungen, die darauf verzichten, den Zuseher auf eine Seite zu drängen. Viel Stoff, durch den man sich aber spielend in einer Woche durchfrisst. Und wer danach nicht genug davon hat, dem sei auch das Prequel "Caprica" (2010) empfohlen, das die Entstehung der Androiden erklärt und uns zeigt, welche Konsequenzen die virtuelle Realität nach sich ziehen könnte.

geckoth

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