Reden wir über Gewalt an Frauen!

Tanzen gegen Gewalt – unter diesem Motto findet am Dienstag die Kundgebung "One Billion Rising" statt. Was kann gegen Gewalt an Frauen und Mädchen getan werden, und wie werden Gewaltopfer am besten unterstützt?

Tanzen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen bei "One Billion Rising" und damit das Schweigen zu einem Tabuthema brechen.

foto: one billion rising/andrea peller

Tanzen, für einen Augenblick Freiheit verspüren, alles um sich vergessen und im öffentlichen Raum damit ein Zeichen setzen: Das ist das Ziel der getanzten Protestveranstaltung "One Billion Rising". Eine Milliarde sollen sich erheben als Symbol für das von den UN errechnete Drittel aller Frauen und Mädchen, die weltweit Opfer von Gewalt werden.

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Statistisch gesehen ist der gefährlichste Ort für eine Frau die eigene Familie, denn in Österreich hat jede fünfte Frau in ihrer Partnerschaft bereits Gewalt erlebt. Schätzungen der Polizei ergaben, dass 90 Prozent aller Gewalttaten in der Familie und im engeren sozialen Umfeld stattfinden. Eine von fünf Frauen ist in Österreich ab ihrem 15. Lebensjahr mindestens einmal von physischer und/oder sexueller Gewalt betroffen, ergab eine EU-weite Erhebung.

Hilfe für Betroffene

Die Dunkelziffer bei Gewalt an Frauen wird hoch eingeschätzt, und umso wichtiger ist es, dieses Schweigen zu brechen, Gewalterfahrungen zu thematisieren, Prävention und Hilfe für Betroffene anzubieten. Eine niederschwellige Anlaufstelle für Gewaltopfer ist in Österreich die Frauenhelpline. 8.252 Anrufe verzeichnete diese 2015. Davon betroffen waren 7.199 Frauen und Mädchen, wobei 3.959 Anrufe Gewalterfahrungen zum Thema hatten und sich 179 der Anruferinnen in einer akuten Gewaltsituation befanden.

Mechanismen häuslicher Gewalt seien meist sehr vielschichtig, wie Silvia Samhaber vom Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) beschreibt: "Ein komplexes System aus emotionaler Abhängigkeit, Herabwürdigung, Abweisung, Beschuldigung, finanzieller Abhängigkeit, Isolierung, Zwang und Drohung wie auch das Missbrauchen von Kindern als Druckmittel und das Ausnutzen von Privilegien als Mann ermöglichen dem Täter durch das Schaffen permanenter Angstgefühle und Bedrohung, Macht und Kontrolle über seine Partnerin auszuüben." Und diese Komplexität macht es für viele Frauen auch schwierig, aus der Gewaltspirale auszubrechen und aus der Beziehung zu gehen.

Haben Sie in Ihrem Umfeld Erfahrungen mit Gewalt gemacht?

Was brauchen Opfer von Gewalt, um ihre Erlebnisse besser verarbeiten zu können und besser geschützt zu werden? Konnten Sie schon einmal jemandem helfen oder wurde Ihnen in einer ähnlichen Situation bereits geholfen? Führen wir eine Debatte über Gewalt an Frauen und Mädchen und welche Maßnahmen der Prävention notwendig sind! (haju, 13.2.2017)

Hilfe für Betroffene

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