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GPD Pocket: Mini-Laptop wird Crowdfunding-Hit

19. Februar 2017, 10:29

Netbook-Nachfolger mit Sieben-Zoll-Display kommt mit Windows 10 oder Ubuntu Linux

Sie hatten ein paar Glanzjahre, ehe sie zwischen Tablets und großen Smartphones einerseits und immer schlanker werdenden Laptops andererseits langsam zerrieben wurden: Die Netbooks. Meist ausgestattet mit einem Zehn-Zoll-Display brachten sie den Arbeitskomfort einer Tastatur in ultraportables Format. Wer nicht viel Leistung, aber dennoch ein kleines Gerät mit grundsätzlich allen wichtigen Funktionen brauchte, fand hier seine Heimat.

In Form kompakter Convertibles hat sich das Prinzip weiterentwickelt. In der Nische leben aber auch die Mini-Laptops weiter, wie nun ein Crowdfunding-Projekt zeigt. Dank Sieben-Zoll-Display soll der GPD Mini mit kompaktem Format und Vielseitigkeit punkten.

gpd game console

Mit Intels Atom-Prozessor

"Unser Ziel ist es, den Laptop in die Tasche zu stecken", gibt man dementsprechend als Mission Statement aus. 180 x 106 x 18,5 Millimeter misst der kleine Rechner, dessen Gehäuse aus einer Magnesiumlegierung gefertigt werden soll. 480 Gramm lautet die Gewichtsangabe, zwölf Stunden lang soll der Akku durchhalten.

In diesem Format erhält man freilich kein Leistungswunder für Games, sondern ein Gerät für Multimediakonsum und einfachen Arbeitsanspruch. Als Plattform dient Intels Atom-Prozessor in der aktuell stärksten Ausführung x7-Z8750 (1,6 GHz Quadcore), dem gleich acht GB RAM zur Seite gestellt werden. Der interne eMMC-Speicher fasst 128 GB. Die Bildschirmauflösung beträgt 1.920 x 1.200 Pixel. Es handelt sich um ein IPS-Display, das hohe Blickwinkelstabilität verspricht.

Das Gerät bringt einen USB 3.0-Port, einen microHDMI-Ausgang, eine USB-C-Schnittstelle und eine 3,5mm-Audioklinke mit. Per optional erhältlichem Hub gesellen sich auch noch ein USB 2-Port, ein microUSB-Anschluss sowie ein Slot für microSD- und SD-Karten hinzu.

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Windows oder Ubuntu

Der in Hongkong ansässige Hersteller setzt bei der Tastatur auf "Chocolate"-Tasten. Diese sollen einen guten Druckpunkt und haptische Unterscheidung bieten. Aus Platzgründen verzichtet man auf ein Trackpad, stattdessen wurde ein Joystick – ähnlich wie bei Lenovos Thinkpad-Laptops – mit zwei Maustasten implementiert.

In Sachen Betriebssystem offeriert man zwei Optionen. Angeboten wird der GPD Pocket entweder mit vorinstalliertem Windows 10 oder der Linux-Distribution Ubuntu in der LTS-Version 16.04.

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Viel Interesse

Die Entwicklung des Gerätes ist laut Hersteller weit fortgeschritten, der Prototyp sei "grundsätzlich fertig". Die über die Crowdfundingplattform Indiegogo gesammelten Investitionen sollen direkt in die Massenproduktion fließen. Angeboten wird der ultrakompakte Laptop dort für 399 Dollar (derzeit rund 375 Euro). Der spätere Markteinführungspreis soll bei 599 Dollar liegen.

Das Konzept scheint auf sehr gute Resonanz zu stoßen, denn das Finanzierungsziel von 200.000 Dollar konnte bereits kurz nach dem Start übertroffen werden. Mit zwei Monaten an übriger Zeit sind bislang über 600.000 Dollar zusammen gekommen. Ausgeliefert werden soll GPD Pocket im Idealfall im kommenden Juni.

Hinweis

Wie üblich besteht bei Crowdfundingkampagnen ein Ausfallsrisiko für Investoren. Die angebotenen Perks gelten nicht als klassische Bestellung oder Kauf, sondern als freiwillige Belohnung für das Investment. GPD hat allerdings bereits Erfahrung mit Crowdfundingprojekten und ebenfalls mittels Indiegogo-Kampagne den Windows-Handheld GPD Win erfolgreich auf den Markt gebracht. (gpi, 19.02.2017)