Verlorene Kinder?

Einserkastl |
16. Februar 2017, 17:52

Der Staat kann nicht viel für junge Menschen mit schlechter Prognose tun

18 Monate für einen 16-Jährigen und eine 16-Jährige, davon sechs Monate unbedingt. Sie sagte in der Gruppe: "Jeder darf einmal hinschlagen" – auf eine 15-Jährige, die sich nicht wehrte, bis sie Blut spuckte und ihr Kiefer gebrochen war. Er, eher kindlich wirkend, wurde von der Wega verhaftet, unter anderem weil er Hasspostings gegen Außenminister Sebastian Kurz losgelassen hatte. Ein 21-Jähriger, der dem Opfer den Kiefer gebrochen hatte, bekam zwei Jahre, davon acht Monate unbedingt.

Sie kommen überwiegend aus verwahrlostem (Migranten-)Milieu, die Burschen sind wohl in der tschetschenischen Machokultur aufgewachsen. Der Anlass für die auf Video aufgenommene Prügelorgie? Das geschlagene Mädchen (polnischer Hintergrund) musste bestraft werden, weil es angeblich einer Muslimin das Kopftuch heruntergezogen hatte. Die Hauptanstifterin (ecuadorianischer Hintergrund) nennt das "eine freundschaftliche Geschichte".

Sind das verlorene Kinder? Verlorene Jugendliche? Im Prozess war die Rede von Antiaggressionstherapie (wo es aber nur wenige Plätze gebe). Das Thema Berufsausbildung ist unklar. An die, die jetzt "abschieben nach Tschetschenien" schreien: Dort landen sie entweder im Lager oder in der Killergarde der dortigen Machthaber. Der Staat konnte und kann nicht viel für diese jungen Menschen mit schlechter Prognose tun. Vielleicht springt eine private NGO ein. (Hans Rauscher, 16.2.2017)

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