Zusammenstöße bei Nationalisten-Demonstration in Kiew

Bei gewalttätigen Protesten gegen Kohlelieferungen aus Rebellengebiet kam es zu mindestens sieben Festnahmen

Die Demonstranten versuchten, eine Absperrung zu durchbrechen

foto: reuters/valentyn ogirenko

Es kam zu mehreren Festnahmen

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Kiew – Bei einer Demonstration von Nationalisten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew ist es am Sonntag zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Teilnehmern und Sicherheitskräften gekommen.

Bewacht von hunderten Polizisten marschierten rund tausend Ultranationalisten vom zentralen Maidan-Platz zum Präsidentenpalast und wollten dort ein Zeltlager errichten. Dort kam es zu den Zusammenstößen. Mindestens sieben Demonstranten wurden festgenommen.

Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete, war unter den Verletzten der Anführer der Organisation ukrainischer Nationalisten, Mikola Kochaniwskji. Die meisten der Festgenommenen waren verletzt, mehrere hatten Kopfverletzungen und einer eine Verletzung am Bein.

Die Demonstration galt der Unterstützung für eine Blockadeaktion, mit der ukrainische Ultranationalisten seit mehr als zwei Wochen die für den Kohletransport aus der Ostukraine benötigten Eisenbahnstrecken blockieren. Ihr Protest richtet sich dagegen, dass die ukrainische Energiewirtschaft immer noch Kohle aus den Gebieten im Osten des Landes bezieht, die unter Kontrolle prorussischer Rebellen stehen. Die Blockade führte bereits zu Nachschubproblemen, die Regierung in Kiew rief am Mittwoch den Energienotstand aus.

Die Kohlelieferungen aus der Ostukraine waren trotz der dortigen Kampfhandlungen in den vergangenen Jahre fortgesetzt worden, weil Kraftwerke in der ganzen Ukraine auf diese Kohle angewiesen sind. Die Blockierer beklagen, dass die Ukraine damit Geld in die Taschen der Rebellen im Osten spüle. (red, APA, AFP, 19.2.2017)

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