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Juve so gut wie durch, Leicester lebt noch

22. Februar 2017, 23:06

Turiner setzen sich im Achtelfinal-Hinspiel beim dezimierten FC Porto mit 2:0 durch – Klar unterlegener englischer Meister kommt in Sevilla mit einem 2:1 davon

Porto/Sevilla – Juventus Turin steht mit eineinhalb Beinen im Viertelfinale der Champions League. Die Italiener gewannen am Mittwoch nach mehr als einstündiger Überzahl das Achtelfinal-Hinspiel beim FC Porto 2:0 (0:0). Der kriselnde englische Meister Leicester City wahrte sich mit einer 1:2 (0:1)-Niederlage beim FC Sevilla die Chancen aufs Weiterkommen im Rückspiel am 14. März.

Die Treffer für Sevilla erzielten Pablo Sarabia (25.) und Joaquin Correa (62.), für Leicester traf Jamie Vardy (73.). Für Juventus erzielten Joker die beiden Tore. Marko Pjaca (72.) brachte die Gäste fünf Minuten nach seiner Einwechslung in Führung, Dani Alves erzielte zwei Minuten später das 2:0 sogar mit seiner ersten Aktion.

In Porto zeigte der deutsche Referee Felix Brych Portos Linksverteidiger Alex Telles in der 25. Minute nach einer brutalen Attacke gegen Juan Cuadrado zunächste die Gelbe Karte, nur gut zwei Minuten später ging der brasilianische Verteidiger gegen Stephan Lichtsteiner völlig unnötig an der Außenlinie in ein Tackling nur gegen den Mann – und musste zurecht vom Platz.

Juventus drängte danach auf die Führung (76 Prozent Ballbesitz), ließ jedoch die letzte Konsequenz vor dem Tor noch vermissen. Unter anderem ließen Juan Cuadrado (28.), Sami Khedira (34.) und Gonzalo Higuain (39.) gute Möglichkeiten aus. Ein Treffer von Miralem Pjanic (46.) wurde wegen Abseits aberkannt. Kurz vor der Pause hatte Juve Pech, als Paulo Dybala mit seinem Schuss aus gut 22 Metern nur die rechte Stange traf (45.).

Auch in der zweiten Halbzeit ließen die abgeklärten Italiner kaum Aktionen des Champions von 1987 und 2004 zu, der allerdings eine sehr engagierte Abwehrschlacht lieferte. Porto-Schlussmann Iker Casillas war bei den Gegentoren machtlos.

Vardy lässt hoffen

Leicester zeigte nach fünf Niederlagen in der Liga in Folge und dem blamablen Aus im FA Cup gegen den Drittligisten FC Millwall (0:1) am Wochenende auch im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán eine weitgehend schwache Leistung. Sevilla dominierte von Beginn an ganz klar.

Die Mannschaft von Meistermacher Claudio Ranieri, Welttrainer des Jahres 2016, leistete den spielstarken Andalusiern bei vielen Angriffen nur höflichen Geleitschutz. Bereits nach 13 Minuten hätte Correa das erste Tor erzielten können, scheiterte jedoch mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an Keeper Kasper Schmeichel. Nach weiteren Möglichkeiten köpfelte dann Sarabia besser die hochverdiente Führung, bei der Christian Fuchs seinen Gegenspieler aus den Augen verloren hatte.

Leicester spielte exakt 283 Tage nach dem Meistercoup vor allem in der Defensive viel zu passiv und entwickelte vorne keinerlei Durchschlagskraft – Keeper Schmeichel war mit Abstand der beste Mann. Eine erschütternde Vorstellung. Nach der Pause traf Victor Vitolo aus spitzem Winkel die Stange (50.). Als es daraufhin den Anschein hatte, als würde Leicester besser die Partie finden, stellte Correa (62.) nach sehenswerter Vorarbeit von Jovetic auf 2:0.

Doch Jamie Vardy (73.) hielt die Hoffnungen der Gäste mit dem ersten Champions-League-Tor in seiner Karriere am Leben. Nach Vorlage von Danny Drinkwater schob der englische Teamstürmer aus kurzer Distanz ein – ein Treffer aus dem absoluten Nichts. Sevilla muss sich vorwerfen lassen, trotz guter Leistung eine deutlichere Entscheidung zu eigenen Gunsten verabsäumt zu haben. (sid, APA, red, 22.2. 2017)

Champions League, Achtelfinal-Hinspiele, Mittwoch

FC Sevilla – Leicester City 2:1 (1:0). Estadio Ramon Sanchez Pizjuan
Tore: Sarabia (25.), Correa (62.) bzw. Vardy (73.)

FC Porto – Juventus Turin 0:2 (0:0). Estadio do Dragao
Tore: Pjaca (72.), Dani Alves (74.).
Gelb-Rote Karte: Telles (Porto/25.)

Rückspiele am 14. März

Bereits gespielt:

Paris St. Germain – FC Barcelona 4:0, Benfica Lissabon – Borussia Dortmund 1:0, FC Bayern München – Arsenal 5:1, Real Madrid – SSC Napoli 3:1, Manchester City – AS Monaco 5:3, Bayer Leverkusen – Atletico Madrid 2:4

Viertelfinale am 11./12. bzw. 18./19. April
Semifinale am 2./3. bzw. 9./10. Mai
Finale am 3. Juni im Millennium Stadium von Cardiff