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Cybermobbing: Schüler sollen Inhalte aus Internet hinterfragen lernen

27. Februar 2017, 12:23

Mit einer Informationsoffensive will das Bildungsministerium das Bewusstsein von Schülern zu den Themen Cybermobbing, Fake-News und Sicherheit im Netz schärfen

Wien – Mit einer Informationsoffensive will das Bildungsministerium in Schulen auf die Themen Cybermobbing, Fake-News und Sicherheit im Netz sensibilisieren. "Unsere Kinder wachsen mit Smartphone, Social Media und allzeit verfügbarem Internet auf. Gerade bei den Themen Cybermobbing und Fake-News gibt es aber aktuell noch Handlungsbedarf", sagte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ) bei der Präsentation am Montag.

Schüler sollen künftig nicht nur verstärkt den richtigen Umgang mit Hard- und Software, sondern auch digitale Inhalte kritisch hinterfragen lernen. Dafür wurde die bestehende Kooperation mit Saferinternet weiter intensiviert und mit dem Verein "Mimikama" eine neue Kooperation gestartet.

Fake-News erkennen

Der Herbst 2016 gehörte den Horrorclowns: Viele Menschen – auch Schüler und deren Eltern – seien damals durch das Phänomen verängstigt worden, das in Wirklichkeit fast nur in den Medien stattgefunden habe. "Falschmeldungen können uns in unserem Leben und unserem Verhalten beeinflussen", sagte Andre Wolf von Mimikama bei der Pressekonferenz während der Präsentation. Der vor sechs Jahren gegründete Verein befasst sich neben Falschmeldungen auch mit Abo-Fallen, Spams, gefälschten Gewinnspielen, schädlichen Links und Phishing-Mails. Das Wissen, wie man Fake-News und andere Gefahren im Internet erkennt, soll ab dem zweiten Halbjahr 2017 an Lehrer weitergegeben werden.

Im Zuge der neuen Informationsoffensive zum kritischen Umgang mit digitalen Inhalten und zur Prävention von Cybermobbing wurde auch die schon seit 2010 laufende Kooperation mit Saferinternet.at aktualisiert. Dort können Lehrer Unterrichtsmaterialien, Onlinelernkurse und Infos zu vielen Themen abrufen oder Referenten für themenspezifische Workshops anfordern.

Cybermobbing bekämpfen

Seriöse Schätzungen, wie viele Schüler in Österreich von Cybermobbing betroffen sind, gibt es laut Bernhard Jungwirth, Saferinternet-Koordinator, nicht. Eine Studie des Forschungsnetzwerks EU Kids Online habe aber 2010 gezeigt, dass rund sieben Prozent der europäischen Schüler Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht haben. Die wichtigsten Infos zum Thema Cybermobbing und einen Überblick über Beratungsstellen hat das Ministerium jetzt auf der Homepage www.bleibfair.at zusammengetragen. (APA, red, 27.2.2017)